Bei unserem Besuch der Schwedischen Trelleborg im Juni war das komplette Gelände von blühenden Wildblumen übersät. Zeit für ein paar Bilder, ein Gedicht und einen kleinen Ausflug in die Geschichte.

Die Wikinger

Drachenblut auf Stahl
Sie schließen Brüderschaft im hohen Gras

Ein Beil hängt hoch über der Tafel
Erinnert sie an ihre letzte Schlacht

Einige sind nicht heimgekehrt
Sie besingen sie in ihren Liedern

Ein Meer aus Blumen vor den Toren
Dort, wo das Blut floss

Eine Kerbe in der Klinge des Schwertes
Das Klirren hallt noch nach

Auf Schmerz und Geschrei
folgt Wein und Gesang

Wieder und wieder
Der Wille des Königs ist ihr Wille

Es ist kühl in der Burg
Draußen senkt sich die Sommersonne

Der Wein wärmt das Herz
und lässt die rastlosen Beine zur Ruhe kommen

Ihre Wunden pochen
wie der Herzschlag ihrer Kinder

Die Trelleborg – Kleiner geschichtlicher Exkurs

Die Wikingerkönige Sven Gabelbart und Harald Blauzahn ließen nach 980 die Trelleborg bauen. Bereits im Jahr 1.000 wurde sie wieder verlassen. Der Grund dafür waren die zahlreichen Überfälle durch die Wenden. Erst als diese Anfang des 13. Jahrhunderts nachließen, die Wenden waren unterworfen und christianisiert worden, siedelten sich wieder Menschen in der Gegend an.

Heute ist die Wikingerburg im Schwedischen Skåne teilrenoviert und kann besichtigt werden. Sie ist die fünfte Burg ihrer Art, die in unserer Zeit entdeckt wurde. Vor dem Bauwerk aus Holz und Erde befinden sich zwei Runensteine mit der Aufschrift „Spuren der Erde sprachen in unserer Zeit und wieder wurde die Burg erbaut, die der Stadt ihren Namen gab“.

Ein Geschenk an das Königspaar

Das erste Mal fand Trelleborg im Jahr 1257 schriftliche Erwähnung. Damals wurde die Stadt vom Dänischen König Erik Plovpennig zusammen mit Malmö Sophie von Dänemark und Valdemar Bigersson (Valdemar I., König von Schweden) als Hochzeitsgeschenk vermacht.

Doch schon kurz darauf eroberten die Dänen den Ort zurück. Erst 1658 ging Trelleborg im Zuge des Friedens von Roskilde zusammen mit der Region Skåne an Schweden über. Soviel zur Geschichte der gleichnamigen Stadt.

Der Name Trelleborg

Die Herkunft des Namens Trelleborg ist bis heute nicht ganz geklärt. Nach wie vor halten sich zwei unterschiedliche Deutungen. Die erste hat ihren Ursprung in der Dänischen Sprache. Das Dänische Wort für „Sklave“ ist „Træl“. Überlieferungen zur Folge wurde die Festung einst von Sklaven erbaut.

Die zweite Deutung wird von der Bauweise abgeleitet. Die für die Verkleidung der Innen- und Außenwände verwendeten gespaltenen Balken bezeichnete man früher als „Treller“. „Trelleborg“ würde somit übersetzt „Stabburg“ bedeuten. Was genauso logisch klingt. Schließlich wurde die kreisförmige Wallanlage damit in der für ihre Zeit typischen Stabbautechnik errichtet.

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