Umweltschützer fordern schon lange wieder mehr echte Mehrwegflaschen aus Glas statt Einweg-Pfandflaschen aus Plastik. Rund 16 Milliarden PET-Flaschen, die über das Einwegpfandsystem wieder eingesammelt werden, werden derzeit deutschlandweit innerhalb eines Jahres verbraucht. Daraus ergeben sich 450.000 Tonnen Plastikmüll.

PETWenn wir wollen, dass diese unglaubliche Masse in Zukunft kleiner wird, müssen wir etwas tun. Leitungswasser trinken zum Beispiel. Die Trinkwasserqualität ist hierzulande an den meisten Orten sehr gut. Das Wasser aus dem Hahn unterliegt höchsten gesetzlichen Anforderungen. Oder: auf Glas anstatt auf Plastik setzen.

Glasflaschen können das Pfandsystem bis zu 50 Mal durchlaufen, bevor sie eingeschmolzen werden und aus dem Material neue Flaschen hergestellt werden. PET-Flaschen werden jedes Mal entsorgt, sobald wir sie in den Pfandautomaten gesteckt haben.

PET-Flaschen sorgen für Müllberge – Auch mit Pfand

Möchte man auf Mineralwasser aus der Flasche ab und zu nicht verzichten, spart man mehr als die Hälfte an CO2, wenn man zur Glas- statt zur Plastikflasche greift. Unser seit vielen Jahrzehnten bewährtes Mehrweg-Pfandsystem erhielt durch die Schwemme an PET-Einwegpfandflaschen sehr starke Konkurrenz.  Inzwischen nehmen sogar schon große Getränkekonzerne die Glasflaschen nach und nach aus dem Sortiment. Ein gefährlicher Trend.

PETSeit im Jahr 2003 das neue Pfandsystem in Deutschland eingeführt wurde, lassen sich umweltfreundliche Mehrwegflaschen nicht mehr klar daran erkennen, dass beim Kauf ein Pfand fällig wird. Das hat bundesweit für Verwirrung gesorgt. Viele Menschen sind sich nicht darüber bewusst, dass die PET-Flaschen nach dem Zurückgeben auf dem Müll landen.

Hilft eine zusätzliche Abgabe?

Zu den Wegwerfflaschen, für die wir bei Abgabe am Pfandautomaten in der Regel 25 Cent zurückerstattet bekommen, kommen von der Pfandpflicht ausgeschlossene PET-Flaschen, die gerne für Getränke ohne Kohlensäure wie Molkereiprodukte oder Fruchtsäfte verwendet werden.

Mit ihrer aktuellsten Kampagne fordert die Deutsche Umwelthilfe jetzt einen Plan mit konkreten Lösungsansätzen von den regierenden Parteien. Damit soll auch die derzeit gesetzlich geltende Mehrwegquote des Pfandsystems von 43 Prozent auf künftig 70 Prozent hochgesetzt werden. Außerdem wünscht sich der Verein eine zusätzliche Abgabe von 2 Cent zusätzlich zum Pfandbetrag pro abgegebene Dose oder Plastikflasche.

Ein Video macht diese Forderungen deutlich

Bleibt zu hoffen, dass die Initiative Früchte tragen wird und bald ein Umdenken erfolgt. Eine unverändert anhaltende Ressourcenverbrennung durch die Herstellung umweltschädlicher Plastikgegenstände kann sich die Menschheit einfach nicht leisten. Und das nicht nur, weil inzwischen bereits an weit mehr als nur einem Strand im Müll gebadet wird.

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Bilder: Wiederverschließbare Glasflaschen (Titel): pixel2013, pixabay; verschiedene Bierflaschen: alles, pixabay; pixabay; Frau mit Wasserglas: silviarita, pixabay