Im Brasilianischen Curitiba hat man Kindern erklärt, was Recycling ist und welche Vorteile es hat. Das hat dazu geführt, dass die Stadt inzwischen (fast) eine Zero Waste City ist.

Die Brasilianer haben Curitiba den Namen „Brazils Greenest City“ – „Brasiliens grünste Stadt“ gegeben – und das zu Recht. Schon im Jahr 1989 stellten die Bewohner fest, dass etwas getan werden musste: Die Straßen der Stadt versanken im Müll.

Man entschied sich, bei den Jüngsten anzufangen: Spielerisch erklärte man den Kindern, wie Müll sinnvoll getrennt werden kann und welche Vorteile sich daraus ergeben. Die Kinder wuchsen mit diesem nachhaltigen Gedanken auf und unterrichteten wiederum ihre Kinder.

90 Prozent der Bürger von Curitiba beteiligen sich aktiv

CuritibaHeute beteiligen sich 90 Prozent der Bewohner von Curitiba aktiv am Recycling. Und das Konzept geht auf: Nicht nur im Bereich Umweltschutz ergeben sich viele Vorzüge für die Stadt und die Menschen, die in ihr leben. Durch das wohlüberlegte Handeln und den bewussten Umgang mit den Abfällen hat sich einiges verändert.

So haben die Bewohner zum Beispiel die Möglichkeit, Müll gegen Essen oder Wertmarken für den Schulbus und den ÖVP einzutauschen. Es konnten zahlreiche neue Arbeitsstellen geschaffen werden. Mehr als 10.000 Menschen arbeiten als Müllsammler. Es müssen nicht mehr so viele kostspielige Müllautos gekauft und instandgehalten werden, wie früher.

Die grundlegende Reinigung der Stadt durch ihre Bürger hat langfristig sogar für einen 99-prozentigen Rückgang der Verbreitung von durch Moskitos übertragbaren Krankheiten geführt.

Was können wir tun?

Gerade in Anbetracht der aktuellen Müll- und Plastikdebatte hier in Europa sollte man sich definitiv die Frage stellen: Was können wir von dem gelungenen Nachhaltigkeits-Experiment in Curitiba lernen? Was müssen wir ändern? Wie funktioniert echtes Recycling und warum wird es so selten wirklich betrieben?

Das World Economic Forum hat ein hochinteressantes White Paper zum Thema öffentlich bereitgestellt. Ihr könnt es hier ganz einfach runterladen. Ihr findet darin unter anderem verschiedene Fallstudien aus anderen Städten.

Quelle: World Economic Forum; Foto im Header: marcoseduardo, Pixabay; Plastikflaschen: MatthewGollop, Pixabay 

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