Habt Ihr den Namen Open Island schon mal gehört? Dabei handelt es sich um Schwimminseln zum selbst zusammenbauen. Sie werden aus Recyclingmaterialien hergestellt und können weltweit eingesetzt werden.

Am Gremminer See auf dem Ferropolis Festivalgelände soll jetzt über Pfingsten im Rahmen des Makers for Humanity Lab der Prototyp des Open Island 2.0 zu Wasser gelassen werden. Damit soll der Grundstein für eine schwimmende Forschungsplattform gelegt werden.

Open IslandDie verschiedenen Teile der Open Islands können durch flexible Verbindungen miteinander verknüpft und beliebig erweitert werden. Dadurch entsteht nach und nach ein bewohnbarer Teppich auf dem Wasser.

Joy Lehmann wollte nicht tatenlos zusehen

Der aus Hannover stammende Künstler Joy Lehmann sah es nicht ein, den endlosen Diskussionen um den Klimawandel tatenlos zuzusehen. Ihm war klar, dass einige Folgen, wie der Anstieg des Meeresspiegels, schon heute unumkehrbar sind und das war sein Ansatzpunkt. Zum Anlass der Expo2000 schuf er die schwimmende Recyclinginsel Future Raft. Sie sollte als Veranstaltungsort und in erster Linie natürlich auch als Symbol dienen.

Heute ist aus dieser Idee das Open Source Projekt Open Island geworden. Die modulare Idee zur Raumschaffung ist einzigartig in Europa. Joy Lehmann ist es besonders wichtig, die Entwicklung anwendungsorientierter Konzepte, Technologien und Produkte voranzutreiben und globale Perspektiven zu schaffen.

Der Erfinder hält es für denkbar, dass schwimmende Plattformen jeden Maßstabs weltweit zu den verschiedensten Zwecken eingesetzt werden können. Hinsichtlich des immer weiter steigenden Meeresspiegels ist sein Beitrag für die Menschheit mehr als wertvoll. Das größte Potential sieht Joy Lehmann für die Bereiche, Umweltschutz, Energie, nachhaltige Wirtschaft, Kultur, Bildung und Tourismus.

Open Island als Forschungsplattform

Open Island

Joy Lehmann auf dem Ferropolis Gelände

Das Open Island, das nun in Mitteldeutschland als Forschungsplattform errichtet wird, dient als außerschulischer Lernort und Platz für konkrete empirische Studien. Sie soll Universitäten und Unternehmen zur Verfügung stehen. Ein offener Raum für Forschung und Innovationsentwicklung also. Klingt gut, oder?

Die Idee für seine schwimmenden Plattformen hatte der Künstler im Jahr 1998. Damals entwickelte er gemeinsam mit einem Team aus Indien seinen ersten Bausatz für schwimmenden Plattformen aus Recyclingmaterial. 2015 veröffentlichte er seine Idee dann als Open Source. Seitdem entstehen immer mehr Projekte dieser Art in Deutschland, Indien und Thailand.

Seit 2016 nutzt auch das Festival Ferropolis die Inseln. Derzeit wird es zu einem genehmigungsfähigen, dauerhaften Bausystem weiterentwicklt. In Zukunft soll es dann nicht nur vor Ort sondern weltweit eingesetzt werden.

Beliebig erweiterbare Räume schaffen

Open Island

Die unterschiedlich großen Inseln haben jeweils ein Fundament aus sechseckigen Modulen. Diese werden aus Rechteckrohr hergestellt und Hexafloats genannt. Sie werden von jeweils 20 Schwimmsäcken aus umweltneutralen Schaumstoffresten getragen. Je nach Einsatzwunsch können mehrere Hexafloats zu einer Fläche zusammengefügt werden. Vervollständigt wird das Ganze dann durch eine Oberfläche aus beispielsweise Holz, Metall, Erde oder Sand.

Die Inseln können als Baufläche für kleine Häuser, zur Gewässerreinigung, zur Energiegewinnung, für kulturelle Zwecke, oder sogar als Fläche zum Anbau von Nahrungsmitteln verwendet werden. Wie man sie kombiniert, ist offen, daher auch der Name Open Island. Durch die flexiblen Verbindungen können Wellenbewegungen absorbiert werden.

Auf den Ferropolis Veranstaltungen sowie bei anderen kulturellen Anlässen wird gezeigt, dass Open Island eine tolle Lösung sein kann. Das Projekt steht für gesellschaftlichen Wandel und Zukunftsorientierung.

Weitere Infos findet Ihr auf der Homepage des Projekts.

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