Der April ist in diesem Jahr ein sehr musikalischer Monat. Viele Bands haben neue Alben veröffentlicht und einige stehen kurz davor. Eine davon zählt zu meinen absoluten Favoriten und hat zum Glück bereits zwei Vorveröffentlichungen ins Netz gestellt, die bei mir jetzt hoch und runterlaufen. Mit den Irischen Postrockern möchte ich auch gerne meine kleine aber feine Liste einläuten.

God Is An Astronaut – „Epitaph“

Die ersten beiden Songs machen Lust auf mehr und lassen die Vorfreude auf das kommende Album steigen. Hoffentlich gibt es diese Band bald mal wieder live auf die Ohren. Die erste Auskopplung heißt wie das Album: „Epitaph“. Der Name ist tatsächlich Programm. Nachdenklich wirkt das Werk. Getragen und mit seinen klassischen Elementen edel. Im Mittelteil lassen God Is An Astronaut dann zuerst die Geister raus und anschließend die Engel fliegen. Eine aufwendig wie ein Epitaph gestaltete Gitarrenwand hagelt hernieder, Elektronik bettet sanft.

Die zweite Auskopplung „Komorebi“ wiegt sich ruhig und lässt die Spannung auf die noch fehlenden, morgen erscheinenden Songs ins Unermessliche steigen. Definitiv ein Opener für die letzten beiden Stücke auf „Epitaph“, das uns insgesamt sieben musikalische Werke bringen wird.

Eels – „The Deconstruction“

Wie sehr ich Eels verehre, konntet Ihr hier im Blog bereits nachlesen. All seine Alben stehen bei mir im Schrank und jedes von ihnen kann ich mit einer Zeit, einer Ort und einer Stimmung verbinden. Ich liebe sie alle und sie begleiten mich schon sehr lange. Seine neue Platte „The Deconstrution“ trifft mal wieder den Nagel auf den Kopf und landet genau am Puls der Zeit.

Eröffnet wird die Platte vom gleichnamigen Song „The Deconstruction“. Eels ist nachdenklich. Und oh, diese Geigen!

The deconstruction has begun
Time for me to fall apart
And if you think that it was rough
I tell you nothing changes
Till you start to break it down

Weil bei Eeels jede Geschichte eine Moral hat, gibt es dann natürlich auch eine Reconstruction. Hört mal rein. Ihr werdet fasziniert sein. Wenn Euch die Melodie und Eels herzerwärmender, kraftvoller Gesang noch nicht gepackt hat, dann wird es spätestens das Glockenspiel tun. Versprochen.

Einen weiteren Song, den ich hier lobend erwähnen möchte, ist das fröhliche „Today Is The Day“ – Vielleicht unser neuer Feel Good Hit Of The Summer? Liebe Radiostationen, merkt Euch den mal!  Viel mehr möchte ich an dieser Stelle noch gar nicht verraten. Eels hat für meinen Geschmack auf jeden Fall mal wieder alles richtig gemacht.

Mouse On Mars – „Dimensional People“

Meine dritte Plattenempfehlung kommt von ein paar alten Bekannten aus der Elektronik-Ecke. „Dimensional People“ kommt am Anfang etwas eindimensional daher, das ist aber Absicht. Das Konzeptalbum schraubt sich Schritt für Schritt ins Ohr und ist spätestens beim dritten von 12 Songs ist „Dimensional People III“ im Herzen angekommen.

Mouse On Mars machen seit 25 Jahren gemeinsam Musik. Sie sind ein eingeschworenes Team und das hört man. Auf „Dimensional People“ sind übrigens auch ein paar Stargäste dabei: Keine Geringeren als Justin Vernon von Bon Iver, Zach Condon von Beirut, Spank Rock, Aaron und Bryce Dessner von The National geben sich die Ehre. Und genau so klingt die Platte: Ein gelungener Mix verschiedenster Stile. Genial wie ein bunter Strauß Blumen.

Pennywise – „Never Gonna Die“

Pennywise haben wieder zugelegt an Brachialität, Genialität und Geschwindigkeit. Wie gut, dass es Bands wie die 1988 gegründete Punkcombo aus Hermosa Beach gibt. Sie machen uns das Leben leichter indem sie Vollgas geben und seit 30 Jahren am Ball bleiben. Krass, wie alt wir alle geworden sind, oder?  Pennywise sind es nicht. Aber auch nicht junggeblieben. Man sollte es besser „in Würde gereift“ nennen. So ergibt alles Sinn. Danke für das Album! „Never Gonna Die“ wird bei mir auf jeden Fall zahlreiche Runden auf dem Plattenteller drehen.

A Perfect Circle – „Eat The Elephant“

Könnt Ihr Euch vorstellen, dass ich zuerst überlegt habe, dieses Album hier aufzunehmen, nur weil ich sauer auf Maynard James Keenan war? Das ist wirklich nicht fair. Inzwischen habe ich mich beruhigt und lasse mich auf seine Andeutungen zu neuen Tool Alben, die vielleicht irgendwann mal kommen könnten, einfach nicht mehr ein. Es ist ja irgendwie auch eine Art von Kunst, wie er seine Fans und die gesamte Musikpresse seit Jahren an der Nase herumführt.

Die Supergroup kommt mit dem neuen Album in einer neuen Ära an. Sie klingt nachdenklicher, als die Vorgänger „Mer de Noms“, „Thirteen Step“ und „eMOTIVe“. Ich bin glücklich, dass nach dem 2013 erschienenen Best Of Album „Three Sixty“ nochmal etwas komplett Neues kommt. Ich gebe zu, man muss sich ein Bisschen mit dem Album beschäftigen, aber haben wir uns damals nicht auch erstmal reingehört, bevor wir die Platten in unseren Schreinen zwischen Rosen und Herzen platziert und angebetet haben? Gebt Euch Zeit für dieses Stück Musik, Leute! „Good Luck! You’re on your own!“

So long and thanks for all the fish…

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