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„So geht vegan“ von Patrick Bolk hebt sich in einem Punkt von sehr vielen anderen Büchern und Veröffentlichungen des Genres ab: Es ist sehr positiv geschrieben. Bolk ist schon sehr viel weiter, als einige andere Vertreter der Szene. Bei ihm ist der Veganismus bereits in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Ob das wirklich so ist, sei dahingestellt, auf Neuveganer wirkt es sehr motivierend. Ich las bei meiner Umstellung ständig (und lese auch heute noch) in Texten von Veganern, man solle sich in Acht nehmen, Veganer hätten den Ruf extrem zu sein, man würde überall (manchmal passiert das schon, ist klar) anecken und erst mal jede Menge Freunde verlieren. Das Gegenteil war der Fall, ich habe jede Menge tolle neue Leute kennengelernt.

Von dieser Form der Miesepeterei müssen wir Veganer weg, wir müssen untereinander Positives weitergeben, um eine positive Sache voranzubringen und das hat Patrick Bolk verstanden. Vom Einstieg an macht er alles richtig. Als Neuling hätte ich mir ein solches Buch auf jeden Fall gewünscht.

Der Autor berichtet von seinen Erfolgserlebnissen

patrick-bolkIm Buch berichtet der Autor von seinen Erfolgserlebnissen, z. B. wie er mal nebenbei 25 Kilo abnahm, stellt sich dabei jedoch nicht in den Mittelpunkt oder arbeitet dies hervor, was sehr angenehm ist.

Seine Erfahrungsberichte wirken sehr authentisch, besonders, da Bolk bei seiner Umstellung gleich den harten Schnitt von Omni auf Veganer gemacht hat, ohne die sehr häufige Zwischenstation über den Vegetarismus. Er schreibt, dass es für ihn unvorstellbar gewesen wäre, auch nur auf Fleisch zu verzichten, heute gibt es für ihn keinen Weg mehr zurück. Besonders auf Leute, die noch Zweifel haben, dürfte das besonderes überzeugend wirken.

Bolk erklärt den Begriff „vegan“ ganz genau, belegt, das veganes Leben keinen Verzicht bedeutet und weckt bereits auf den ersten Seiten die Neugierde des Lesers. Er räumt mit Mythen wie „Tofu zerstört den Regenwald“ und „Vegane Ernährung ist ungesund“ auf, reißt das Thema Tierschutz kurz an und geht sofort auf den Genuss und die Vorzüge der veganen Ernährung ein.

Das ist meiner Meinung nach genau der richtige Ansatzpunkt. Man holt interessierte Menschen nicht mit Schockbildern ab, sondern indem man anhand von tollen Beispielen zeigt, wie locker so eine Umstellung funktioniert und wie lecker Veganes Essen schmeckt.

Wer sich Unterstützung wünscht, ist gut beraten

Dabei nimmt Bolk kein Blatt vor den Mund, er wartet mit aktuellen Zahlen auf, ohne müde Statistiken herunterzuleiern. Alle wichtigen Informationen zu Nährstoffen und Vitaminen sind im Buch enthalten, es wird dazu geraten, sich gut vorzubereiten und nicht verunsichern zu lassen.

Die meisten Veganer, die ich kenne, sind eher unvorbereitet in ihre Umstellung hineingestolpert und haben sich nach und nach ihr Infos aus dem Internet und auch Büchern besorgt, mir geht es hier ähnlich. Ich denke, das geht auch gut, wenn man dabei ein paar Grundregeln beachtet. Wer sich jedoch etwas Unterstützung wünscht, der ist mit dem 10-Punkte-Programm „So geht vegan“ sicherlich sehr gut beraten.

Die Anschaffung lohnt sich auch besonders wegen der tollen Rezeptvorschläge, die sich mit etwas Kreativität auch ganz leicht variieren lassen und Lust darauf machen, Neues auszuprobieren.
Gut ist, dass im Buch dazu geraten wird, Fleischprodukte auf Dauer nicht 1:1 durch ähnliche Ersatzprodukte
austauschen, sondern zu experimentieren, für den Einstieg werden diese jedoch vorgeschlagen. Da ist Bolk mit mir einer Meinung: Käseersatz und Fertigseitan ist am Anfang ganz nett, inzwischen ziehe ich jedoch den selbstgemachten Cashew-Aufstrich dem „wie Putenbrust“ als Brotbelag ganz klar vor und ich denke, das geht vielen so. Es gibt drei Kapitel zu den Themen

Genuss ohne Fleisch und Fisch Ohne Milch und Milchprodukte Kochen und Backen ohne Eier,

was Einsteigern die erste Orientierung erleichtert und auf jeden Fall sehr praktisch ist. Zu jedem Kapitel gibt es zunächst eine Erklärung z. B. „Warum soll ich überhaupt ohne Eier kochen?“, im Anschluss folgen Alternativen und Rezepte zum Ausprobieren.

„Ich habe das in meiner Küche gemacht, das schaffst du auch!“

patrick-bolkBesonders positiv fielen mir beim Lesen des Buches die Bilder auf. Sie wirken nicht inszeniert oder künstlich, man kann sich gut vorstellen, die Rezepte zu Hause nach zu kochen und im Anschluss ein ähnliches Foto auf Instagram zu posten. Die Aussage „Hallo, ich habe das in meiner kleinen, privaten Küche gemacht, das schaffst du auch!“ finde ich toll.

Hervorragend ist auch das Kapitel „Besondere Gelegenheiten“. Hier werden Tipps gegeben zu z. B.

  • Was mache ich, wenn ich mit Freunden essen gehe?
  • Wie überstehe ich eine Familienfeier?
  • Wie kann ich andere von gutem, veganem Essen überzeugen?

Was mir ein Bisschen gefehlt hat, sind vegane Einkaufstipps außerhalb der üblichen Onlinestores und dem teuren Veganz, sowie Lokaltipps. Der Autor rät zu veganen Communities und Partnerbörsen, hier wären Beispiele im Text und nicht nur im Anhang des Buches nett gewesen.

Schön fand ich die Rezepte für Pausensnacks im Kapitel „Vegan unterwegs“, die sich wunderbar zum Mitnehmen für’s Büro, die Schulpause, Firmenfeiern mit intolerantem Koch oder Ausflüge eigenen.

Auch das Thema „Vegan mit Kindern“ wird kurz aufgegriffen. Hier rät Bolk ganz klar dazu, die lieben Kleinen aktiv mitmachen zu lassen und Kindern, die jahrelang omnivor erzogen wurden, zunächst Ersatz anzubieten, um sie nach und nach an die neue Ernährungsweise zu gewöhnen. Zusätzlich gibt’s noch Tipps zur Schule, zu Kindergeburtstagen und zur ausgewogenen Kinderernährung.

Der Autor spricht sich ganz klar gegen ein striktes Fleischverbot bei Kindern aus. Er schlägt vor, gemeinsam mit dem Kind die Hintergründe zu erforschen (Klassiker der Kinderliteratur, moderne Gesellschaft etc.). Sobald die Kinder verstehen, sind sie sehr schnell und mit voller Motivation dabei. Auch im Kapitel „Vegan mit Kindern“ gibt es Rezeptvorschläge, die sich auch gemeinsam mit den Kids nach kochen lassen.

Grundrezepte für Sojadrink und Seitan

patrick-bolkMit Rezepten, die neugierig machen, werden auch Superfoods und das Thema Rohkost kurz gestreift, die „Zweierlei Rabbit Balls mit Feige, Kokos und Limette“ werde ich definitiv ausprobieren.

Sehr schön ist, dass auch die Grundrezepte für z. B. Sojadrink oder Seitan gezeigt werden, so weiß man von Anfang an, wie’s zubereitet wird, auch, wenn man sich zunächst der Fertigvariante aus dem Laden bedient. Man sieht auf jeden Fall schon mal, was für ein geringer Aufwand eigentlich dahintersteckt und weiß, welche Zutaten für tierleidfreie Lebensmittel nötig sind.

Den Abschluss macht Bolk mit einem Kapitel über veganes Leben, sprich Tierisches z. B. in der Kleidung und versteckte tierische Zusatzstoffe. Das Kapitel bietet einen kurzen Einblick und weckt auf jeden Fall das Interesse,
sich weiter zum Thema zu informieren.
Toll ist der „vegane Vorratsschrank“ im Anhang, in dem Basicprodukte aufgelistet werden, die man immer im Haus haben sollte, bis auf meinen geliebten TK-Blattspinat, habe ich auch hier nichts vermisst.

Mein Fazit zu „So geht vegan!” von Patrick Bolk

Ein tolles Buch mit schönem Layout, das mit seinen 200 Seiten nicht zu umfangreich ist. Es bietet Neuveganern eine tolle Einstiegshilfe und ist sicherlich auch als Weihnachtsgeschenk für neugierige Verwandte und Bekannte durchaus interessant. Auch „Alte Hasen“ finden noch das ein oder andere Rezept, wenn mal wieder ein Bisschen Inspiration her muss.

„So geht vegan“ von Patrick Bolk ist im Südwest Verlag erschienen und für 16,99 Euro im deutschen Buchhandel zu haben.

Wer in Zukunft mehr über das Thema „veganes Leben“ erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, meinen Newsletter zu abonnieren.

*Hinweis: Dieser Beitrag enthält einen Affiliate Link. Der Inhalt und meine Meinung wurden dadurch nicht beeinflusst. Infos zum Thema Werbekennzeichnung in meinem Blog findet Ihr auf meiner Transparenz-Seite.