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    Blutige Zahlen

    10 Fakten über Veganismus - Teil III

    Beitrag von Anne
    22.08.2014 — Lesezeit: 3 min
    Blutige Zahlen

    Veganer retten Leben

    Hier geht's zu Teil 2 des Artikels

    In Deutschland leben momentan rund 1,2 Millionen Veganer*innen (Quelle: VEBU, Stand Juli 2014), bei einer derzeitigen Gesamtbevölkerung von 81.890.000 (Stand heute) bedeutet das, dass 1,465 Prozent der Deutschen vegan leben, die Zahl wächst stetig.

    Geht man davon aus, wie viele Tiere in Deutschland pro Kopf geschlachtet werden (*), ergibt sich daraus, dass dadurch täglich gerettet werden:

    • 25.210 Hühner
    • 2.243 Schweine
    • 1.514 Puten
    • 1.022 Enten
    • 130 Rinder
    • 44 Schafe
    • 21 Gänse
    • 1 Ziege

    150 Milliarden geschlachtete Tiere jährlich

    Leider nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein, wenn man bedenkt, dass weltweit jährlich mehr als 150 Milliarden Tiere geschlachtet werden. In Deutschland sind das jährlich u. A. 58 Millionen Schweine, 630 Millionen Hühner und 3,2 Millionen Rinder. In den USA schlachtet alleine die Gesellschaft "Tyson Foods" mehr als 42 Millionen Tiere in einer einzigen Woche, in China werden über 660 Millionen Schweine pro Jahr geschlachtet. (*)

    Geschlachtete Tiere in Deutschland - bund.net Geschlachtete Tiere in Deutschland - bund.net

    Mit 58 Millionen getöteten Schweinen im Jahr steht Deutschland bei der Schweineschlachtung in Europa auf Platz 1. Auch bei den Hühnern sind wir in der Top 5 dabei.

    Wir lieben es nicht, Tiere, die wir zu unseren Sklaven gemacht haben, als ebenbürtig zu betrachten. (Charles Darwin)

    Billigfleisch durch Dumpinglöhne

    Zutritt verboten Zutritt verboten

    Bundesweit gibt es rund 350 Schlachthöfe, 2012 waren fast 28.000 Menschen in Deutschland im Bereich Schlachtung sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Weltweit arbeiten mehrere Millionen Menschen in Schlachthöfen. " Billigfleisch " entsteht auch durch die Dumpinglöhne in Schlachthöfen. Da die Arbeit als "dirty work" gilt, wird selten darüber gesprochen, die Gewalt der Schlachthöfe soll nicht an die Öffentlichkeit dringen.

    Die enorme Fluktuation erschwert eine genaue Erfassung der Mitarbeiterzahlen. In den Betrieben arbeiten in erster Linie osteuropäische Leiharbeiter , die in ihrer Heimat von Firmen angeworben und nach Deutschland entsandt werden. Stundenlöhne unter 5 Euro sind für die Arbeiter, die nicht durch einen Mindeslohn abgesichert sind, keine Seltenheit.

    Die Billiglöhne haben dazu geführt, dass Firmen aus Nachbarländern ihre Tiere zum Schlachten nach Deutschland bringen. Lebende Tiere werden in Transportern hunderte von Kilometern durch Europa transportiert, geschlachtet und zerkleinert in Kühlwagen wieder zurückgebracht.

    Hinter der Wand leben die Artgenossen Hinter der Wand leben die Artgenossen

    Rinder werden meist mit Bolzenschussgeräten betäubt, Schweine mit Gas oder einer Elektrozange. Häufig geht ein Schuss oder eine Betäubung daneben und die Tiere sind auch bei dem, was danach kommt, noch bei vollem Bewusstsein. Im Anschluss an die Betäubung wird den Tieren die Kehle aufgeschnitten und sie bluten aus.

    Mangelhafte Betäubung

    Eine Umfrage der Grünen bestätigte, dass die Betäubung bei rund 4 - 9 Prozent der Rinder und bei 10 - 12 Prozent der Schweine mangelhaft ist, oder sogar gänzlich fehlt. ( Hier eine Drucksache des Bundestages dazu ) Dabei besteht kein Unterschied bei der Schlachtung von Biotieren, wie u. A. dieses Video beweist:

    Mehr über die Wahrheit zur Schlachtung von Biotieren ist auf der Seite biowahrheit.de zu finden, hier werden Videos gezeigt, Zahlen genannt, Vergleiche angestellt zwischen z.B. Naturland und Demeter, Beispiele gezeigt und über die Hintergründe und die Tierhaltung aufgeklärt.

    Weideland Weideland

    Rund zehn Prozent der geschlachteten weiblichen Kühe in Deutschland sind trächtig, hier eine Drucksache des Bundestages zum Thema. Der überwiegende Teil dieser Kühe befindet sich in einem fortgeschrittenen Trächtigkeitsstadium. Pro Jahr trifft dies auf 180 000 Tiere zu. Der Drucksache liegt eine Studie von Rhien et. al. (2011) zugrunde, die Daten aus 53 Schlachtbetrieben in Deutschland auswertet.

    Über 55 Prozent der in Deutschland geschlachteten Schweine fallen auf die drei größten Schlachtkonzerne, Westfleisch, Tönnies und Vion, bei Geflügel führt die PHW-Gruppe, bekannt durch "Wiesenhof"die Branche an, es lässt sich also durchaus von einer Zentralisierung sprechen. (*)

    Weltweite Schlachtungen bund.net Weltweite Schlachtungen bund.net
    Bild: Occupy For Animals Bild: Occupy For Animals

    Wer sich diese unfassbaren Zahlen nicht vorstellen kann, besucht den Animal Kill Counter auf der Seite von Occupy For Animals. Öffnet man die Seite, aktiviert sich ein Zähler, der anzeigt, wie viele Tiere seit dem Öffnen der Seite weltweit geschlachtet wurden. Lässt man sie nur eine kurze Zeit lang geöffnet, offenbart sich einem das Grauen.

    Und dabei werden die Tiere, die in der Folge von Tierversuchen, Tierquälerei, das Einschläfern in Tötungsstationen und weitere Eingriffe in die Natur durch Menschen noch nicht mal mit eingerechnet.

    Fleischkonsum weltweit nimmt weiter zu

    In Deutschland ist der Pro Kopf Fleischkonsum im letzten Jahr durchschnittlich um zwei Kilo pro Einwohner zurückgegangen.

    Weltweit muss man allerdings von steigenden Zahlen sprechen. In Asien findet zum Beispiel aktuell im Schnelldurchgang ein Wandel statt, den die Industrieländer bereits hinter sich haben. Die wachsende Mittelschicht v. A. in Indien und China löst eine Anfrage nach Fleisch aus, die man sich schier nicht vorstellen kann. Auf diese boomenden Länder werden laut dem aktuellen Fleischatlas bis 2022 rund 80 Prozent des Wachstums im Fleischsektor entfallen.

    Trends der Fleischerzeugung in Millionen Tonnen bund.net Trends der Fleischerzeugung in Millionen Tonnen bund.net

    In Indien boomt der Handel mit Büffelfleisch, hier hat sich das Wachstum von 2010 bis 2013 so gut wie verdoppelt. 25 Prozent des auf dem Weltmarkt gehandelten Rindfleischs stammt aus Indien, rechnet man das Büffelfleisch als Rindfleisch mit ein. Indien ist somit seit 2012 der größte Exporteur auf diesem Sektor, dicht gefolgt von Brasilien.

    Das blutige Geschäft

    Da Büffel kostengünstiger zu halten sind, liegt der Kilopreis in der Erzeugung hier um mehr als einen Dollar unter dem von Rindfleisch, in Indien wird also stark in Schlachthäuser investiert.

    Setzt man den gegenwärtigen Fleischerzeugungstrend von derzeit 300 Millionen Tonnen pro Jahr bis Mitte dieses Jahrhunderts fort, kommt man bis zu diesem Zeitpunkt auf fast eine halbe Milliarde Tonnen pro Jahr. Hinzukommt, dass sich die Sojaproduktion für das Futter zur Mästung der Tiere von heute 260 auf über 500 Millionen Tonnen nahezu verdoppeln wird. (**)

    Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommmen ist. (Victor Hugo,1802-1885)

    Hier geht's zu Teil 4 des Artikels**

    Quellen: * Fleischatlas 2014, ** bund.net, *** Campact Blog,   biowahrheit.de, Occupy For Animals

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