Auf vielfache Anfrage hin, habe ich mich entschlossen, auch in diesem Jahr wieder meine allseits beliebte Festivalliste zu veröffentlichen. Sie wurde natürlich wieder durch Dinge, die sich als praktisch erweisen konnten ergänzt, dafür wurde Unnötiges gestrichen, um das Rucksackgewicht so gering wie möglich zu halten.

Natürlich wurden Gegenstände, wie Bierfässer und Tische auch bei dieser neuen, überarbeiteten Version der Liste wieder weggelassen, wer jedoch mit dem Bully, oder gar mit einem dieser neumodischen Wohnmobile unterwegs ist, kann gerne beides wieder mitnehmen, wobei Bierfässer auf Festivals nicht nur aus Gewichtsgründen denkbar unpraktisch sind. Selbiges gilt für Konservendosen, die von mir schon seit Jahren nicht mehr mitgenommen werden, da man sich meist vor Ort dann doch mal was Warmes kauft und sie tonnenweise wieder zum Auto zurückschleppen darf. Außerdem wurde in der Vergangenheit unnötigerweise schon der ein oder anderen Rucksack gesprengt, die Reparaturkosten kann man sich natürlich auch ersparen.

Je weniger Ballast, umso besser. Auch unnötige Bierpalettenschlepperei in sengender Hitze vom Parkplatz zum Zeltplatz sollten der Vergangenheit angehören. Es reicht, wenn man für den ersten Abend ausreichend ausgestattet ist. Auf den meisten größeren Festivals gibt es Supermarktstände, an denen man einiges erwerben kann. Auf dem Southside/Hurricane ist dort z.B. die Dose (eisgekühltes) Bier für 1,50 € zu haben.  Was nicht wesentlich teurer ist, als warmes, von zu Hause mitgebrachtes Bier. Auch Einweggrills, Konservenlebensmittel, Crushed Ice und diverse alkoholfreie Getränke lassen sich dort preiswert erwerben. Es bleibt natürlich jedem selbst überlassen, was er zum Festival mitschleppt, doch man sollte auch immer daran denken, dass ein überladenes Auto viel mehr Sprit frisst, außerdem kann man auf den wenigsten Festivals direkt neben dem Zelt parken, so dass mit dem Gepäck meistens noch eine gute Strecke zu Fuss zurückgelegt werden muss.

Doch nun endlich zur Liste:

1.) 70-Liter-Tramperrucksack
2.) Zelt
3.) Schlafsack
4.) Isomatte
5.) Gummistiefel
6.) Ohropax (Für die Leute, die sich gerne nachts mal für 1-2 Stunden auf´s Ohr legen und für Personen mit empfindlichen Gehör, die beim Prodigy-Konzert nur noch einen Platz vor der Bassbox gefunden haben.)
7.) Sonnenbrille
8.) Bikinitop
9.) 2 T-Shirts
10.) 1 Jeans
11.) Unterwäsche
12.) Pulli
13.) Regenmantel
14.) Müllsäcke ( können auch zur Regenjacke umfunktioniert werden)
15.) Gaffer-Tape (zum Zelt kleben, Regenjacke basteln, Bierdosenturm bauen, beste Freundin am Weglaufen hindern etc.)
16.) Aggressives Sprühdeo
17.) Duschgel
18.) Zahnputzzeug
19.) Sonnencreme
20.) Brandsalbe (kann auch bei Sonnenbrand und Mückenstichen verwendet werden)
21.) Pflaster
22.) Feuchte Tücher (zum Abschminken und als Duschersatz geeignet)
23.) Klopapier
24.) Desinfektionstücher
25.) Aspirin
26.) Handtuch (schützt im nassen Zustand umgehängt vor Sonnenstich und natürlich zu Ehren von Sir Douglas Adams)
27.) Hosentaschenformatige Kamera (SF-Kameras sind nicht erlaubt, außerdem sollte man derartige Luxusgüter auch nicht im Zelt liegen lassen)
28.) Batterien/Akku
29.) Handy
30.) Uhr (teilweise ist der Handyempfang auf dem Festivalgelände durch die Netzüberlastung sehr schlecht. Wenn jeder eine Uhr dabei hat, kann man Treffpunkte vereinbaren)
31.) Tetra Pack (Kann immer wieder nachgefüllt und als Getränkebehälter mit auf das Konzertgelände genommen werden. Die Getränke an den Bierständen auf dem Konzertgelände sind teuer. PET-Flaschen können zwar mit auf den Campingplatz genommen werden, sind aber auf dem Konzertgelände nicht erlaubt! Mit Gaffertape kann man sich einen praktischen “Umhängetetrapack” bauen, wahlweise geht natürlich auch ein professioneller
31.) Trinkrucksack oder auch ein mittelalterlicher
32.) Weinschlauch
33.) Faltkanister (zum Wasser holen, Haare waschen oder auch für Vodka und andere Spezialitäten, Glasflaschen sind auf den meisten Festivals auf dem kompletten Gelände verboten)
34.) Flip Flops (zum Duschen)
35.) Mütze (gegen Sonnenbrand auf der Kopfhaut oder nasse Haare bei monsunartigen Regenfällen)
36.) Umhänge- oder Gürteltasche, oder für Spießer: Brustbeutel (Für Kamera, Geld, Zigaretten und andere lebenswichtige Kleinigkeiten, die immer “am Mann” getragen werden)
37.) Für Raucher: Ausreichend Zigaretten/Tabak, Rauchwaren sind auf dem Festivalgelände teurer
38.) Feuerzeuge
39.) Taschenlampe
40.) Trockenshampoo (falls die Duschen dauerbesetzt oder schlammverstopft sind kurzfristig ein guter Ersatz für die tägliche Haarwäsche)
41.) Haselnusscreme aus der Tube und dazu passend:
42.) Abgepackte Croissants oder Toastbrot
43.) Ersatzheringe (Falls man selbst, oder einer der Mitreisenden nach der Ankunft plötzlich feststellt, dass dem nach dem letzten Festival eilig zusammengerollten Zelt keine solchen mehr beiliegen)
44.) Ersatzautoschlüssel im Auto eines Mitfahrers deponieren (Falls man selbst, oder einer der Mitreisenden beim Nachschubholen auf dem Weg vom Auto zum Zeltplatz den Schlüssel im Schlamm verliert. ;))
45.) EC-Karte (In der Gürteltasche/im Brustbeutel mitzuführen), falls das mitgenommene Geld auf Grund der überraschenden Vielzahl der auf dem Festival angebotenen Band T-Shirts, Sonnenbrillen, Cocktails, Bungee-Jumps und ähnlicher Attraktionen doch irgendwann zur Neige gehen sollte und der Hungertod droht einem einen Strich durch die Feierrechnung zu ziehen, gibt es auf den meisten Festivals inzwischen EC-Automaten.
46.) Für Leute, die sich trotz allem gerne selbst mal was Warmes kochen möchten, seien an dieser Stelle diese beliebten asiatischen Tütensuppen, benannt nach dem Geräusch, das wir Mitteleuropäer ausstoßen, wenn uns etwas schmeckt, empfohlen. Sie lassen sich geschmacklich ganz leicht abwandeln, gehen  auch gut als schnelles Frühstück durch und nehmen vor allem nicht allzu viel Platz im Rucksack weg. Dazu benötigt man dann natürlich auch:
47.) Einen Klappgaskocher (Achtung, erst mal nachfragen, wer schon alles einen dabei hat, für eine 5-köpfige Gruppe sollte ein Gaskocher auf jeden Fall reichen) Selbiges gilt für die
48.) Gaskartusche und wer schon eine Kochausstattung dabei hat, kann natürlich auch noch ein Päckchen
49.) Instantkaffee (je nach Geschmack als Gewürz: Kaffeeweißer, Zucker, Kardamom :))und ein paar
50.) Pappbecher mitnehmen, was sicher auch einige Mitfahrer erfreuen wird, die morgens um 7 nach gefühlten 30 Minuten Schlaf von einem explodierenden Hmbessernichtdrandenken aus dem Schlaf gerissen wurden.

Viel Spaß beim Packen!

Natürlich würde mich jetzt noch interessieren, auf welchen Festivals Ihr dieses Jahr so unterwegs sein werdet!

Foto: cardamonchai Southside-Festival 2008

Foto: cardamonchai Southside-Festival 2008

Hier noch ein interessanter Link, es geht um verschiedene „Festivaltypen“:

7 types of people at coachella

Und nun wünsche ich Euch viel Spaß mit

Razorlight – Golden Touch

live, unplugged und backstage vom Glastonbury Festival 2004