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    Schrobenhausen

    Lenbachstadt im Spargelland

    Beitrag von Anne
    14.07.2009 — Lesezeit: 3 min
    Schrobenhausen

    Durch das heutige Stadtgebiet von Schrobenhausen verlief die römische Straße Augsburg - Regensburg. Bodendenkmale und Funde aus Bronzezeit, Hallstattzeit und der keltischen Epoche lassen auf die Besiedlung durch Weidebauern und auf Nomadenstämme schließen.

    Schrobenhausen

    Der Name "Scropinhusen" tauchte während der Amtszeit des Freisinger Bischofs Atto (783-811) das erste Mal in Schenkungsbüchern der Freisinger Marienkirche auf.

    Aus späteren Schenkungsurkunden geht hervor, daß es in Schrobenhausen 888 eine kleine Pfarrkirche, sowie ein Herrenhaus und einen Getreidespeicher gab. Im 10. Jahrhundert muß die kleine Ansiedlung dann während der Überfälle der Ungarn komplett verwüstet worden sein, sie wurde über 100 Jahre in keiner Urkunde mehr erwähnt.

    Mitte des 13. Jahrhunderts wurde Schrobenhausen dann angeblich zur Marktgemeinte ernannt. Die Stadt zeigte erstmals ihr Wappen mit dem nach links blickenden Bären mit der Krone, über einem Bayerischen Rautenfeld.

    Ludwig der Bayer erkannte 1333 ausdrücklich den Rat der Bürger, die Gemeindeordnung, die Maße und Gewichte, sowie die Markt- und Schrannenrechte* an. Er ließ eine ringförmige Wehr mit Gräben und Wachtürmen um die Stadt errichten.

    Erneut vollständige Zerstörung 1388

    Schrobenhausen

    1388 wurde Schrobenhausen erneut vollständig zerstört, als Augsburgs Truppen im Bayerischen Städtekrieg in die Gemeinde einfielen. Schrobenhausen wurde von Herzog Ludwig im Bart beim Wiederaufbau durch Steuerfreiheit und Bauholz unterstützt. Damals wurde auch die Stadterweiterung Richtung Nordosten und Nordwesten vorgenommen, der bis heute erhaltene Stadtgrundriss wurde geschaffen. Die neue Wehranlage ist teilweise heute noch erhalten. Sie wurde aus gebrannten Ziegeln erreichtet. Im wiederaufgebauten Rathaus befinden sich die Schranne und Verkaufsräume für Brot und Fleisch.

    Eine Blütezeit hatte Schrobenhausen im 15. Jahrhundert, damals wurden unter anderem drei Kirchen gebaut, die Vorstadtkirche "St. Salvator", die Kirche "Zur lieben Frau" und die Stadtpfarrkirche St. Jakob. Außerdem entstanden damals die Lateinische Schule, das Heilig-Geist-Spital, sowie die "Zeil", mit stattlichen Treppengiebelhäusern, westlich des Rathauses. 1447 verlieh Herzog Heinrich von Landshut Schrobenhausen offiziell das Stadtrecht. Schrobenhausen erhielt ein eigenes Landgericht, vorher hatte es noch zum Landgericht Aichach gehört.

    Bei der Neueinteilung des Königsreichs Bayern in Verwaltungsbezirke 1808 wurde Schrobenhausen zum Lechkreis 1810 zum Isarkreis und 1817 zum Oberdonaukreis zugeteilt. Seit 1837 gehört es offiziell zu Oberbayern.

    In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, mit der Industriealisierung, erlebte die Stadt einen großen Wachstumsschub. Durch einen Zustrom von Heimatvertriebenen im und nach dem zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl dann erneut stark an. Heute hat Schrobenhausen 16.209 Einwohner, das sind 215 Einwohner pro Quadratkilometer.

    Beliebter Wohnort

    Durch die Nähe zum Flughafen München und die guten Verkehrsanbindung ist Schrobenhausen ein beliebter Wohnort für München-Pendler.

    Dr Karlheinz Stephan von der CSU ist seit 2006 Bürgermeister in Schrobenhausen. Von 1945 - 1978 hatte Schrobenhausen SPD-Bürgermeister, seit 1978 Michael Flammensböck die Mehrheit der Wählerstimmen bekam, ist die Stadt CSU-geführt.

    Schrobenhausen ist das Zentrum des Spargels in Deutschland. Der Schrobenhauser Spargel ist in ganz Europa bekannt. Der Tourismus in der Spargelsaison spielt eine große Rolle für die Stadt. Tausende von Spargelfreunden besuchen jedes Jahr in der Spargelzeit von Mitte April bis zum 24. Juni das Schrobenhauser Land. Am 24. Juni, dem "Johannitag" wird traditionell der letzte Spargel gestochen. Rund 600 Spargelbauern haben ihre Felder rund um Schrobenhausen. Christian Schadt aus Großgerau brachte 1913 als erster das Edelgemüse mit und pflanzte es in den Paarauen an. Heute umfasst das Spargelanbaugebiet rund 600 Hektar.

    Geburtsort von Franz Seraph Lenbach

    Schrobenhausen

    Der berühmt Maler Franz Seraph Lenbach wurde 1836 in Schrobenhausen geboren. Bekannt wurde er vor allem durch seine Potraits, er stellte unter anderem Otto von Bismarck und die beiden deutschen Kaiser Wilhelm I. und Wilhelm II dar.

    Auch Norbert Richter lebte und arbeitete als Künstler und Kunsterzieher in Schrobenhausen. Er machte 1960 die historische Schreibweise "Scrobinhusen" zum Teil seines Namens, ein Zeugnis für seine Verbundenheit mit der Stadt.

    Der Stadtwall, der früher den inneren und den äußeren Stadtgraben trennte, wurde 1825 bepflanzt, und ist heute ein beliebtes Ziel für Spaziergänge. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen außerdem die Stadtmauer aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts, das Lenbachmuseum, das Zaiselmairhaus, die Stadtpfarrkirche "St. Jakob", die Vorstadtkirche St. Salvator, die Frauenkirche, die Pfarrkirche "St. Peter", auch "Asamkirche" genannt, im Ortsteil Sandizell, sowie das Schloss Sandizell. Es gibt also einiges zu entdecken, bei einem Ausflug in die berühmte Spargelstadt Schrobenhausen.

    Partnerstädte der Stadt Schrobenhausen sind Bridgnorth in England, Thiers in Frankreich und Perg in Österreich.

    Eine Fotogalerie mit Bildern aus Schrobenhausen folgt, ich werde demnächst vor Ort sein und sicher auch einige Aufnahmen machen.

    *Schranne = Getreidemarkt, Getreidespeicher, Versorgungsstelle für die Bürger mit Gütern des täglichen Bedarfs.

    Quellenverzeichnis:

    Homepage Schrobenhausen

    Schrobenhausen Wikipedia

    Lenbach Wikipedia

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