Heute möchte ich der Frage auf den Grund gehen, was Farben bei uns bewirken. Was lösen sie in uns aus? Können sie das überhaupt? Etwas auslösen? Oder sind sie einfach nur da?

Meine Lieblingsfarbe ist Türkis. Das heißt, eine meiner Lieblingsfarben. Das ist irgendwie eine Stimmungssache. Oder, wie geht es Euch dabei? Eigentlich sollte ich wohl eher sagen: Meine Lieblingsfarbe ist Bunt.

Farben und Gefühle

FarbenMit verschiedenen Farben verbindet man verschiedene Gefühle. Man reagiert emotional darauf und verbindet sie mit Erlebnissen und Begebenheiten. Das kommt von der symbolischen und psychologischen Wirkung, die sie auf uns haben und ist auch durch Traditionen und Bräuche geprägt.

Dass das in der Werbung gerne mal genutzt wird, um uns zu beeinflussen, ist heute kein Geheimnis mehr. Doch wie sieht es aus: Können wir Farben auch selbst nutzen, um unser Leben positiver zu gestalten? Bunter schon mal auf jeden Fall, das steht fest.

Was noch passiert, wenn wir unterschiedliche Farben auf uns wirken lassen, habe ich für diesen Artikel mal nachgelesen und zusammengetragen.

Goethe und die Farben

Johann Wolfgang von Goethe stellte in seiner 1810 erschienenen dreiteiligen Schrift „zur Farbenlehre“ seine Überlegungen, Literaturstudien und Versuche zum Thema Farben dar. Sein Ziel war es, die Farben in ihrer Gesamtheit zu erfassen und zu beschreiben. Nicht nur vom physikalischen oder ästhetischen Standpunkt aus.

Er selbst schätzte seine Farbforschungen höher ein, als seine komplette schriftstellerische Arbeit. Seine Farblehre besteht aus einem didaktischen, einem polemischen und einem historischen Teil. Hinzu kommt ein weiterer Band mit Tafeln.

Verschiedene Farben und ihre Bedeutung

FarbenWir verknüpfen Farben gerne mit Bedeutungen. Nicht umsonst heißt es „gelb vor Neid“, oder „grün ist die Hoffnung“.

Weiß steht in vielen Kulturen für Reinheit, Unschuld und Klarheit, Rot hingegen für Wut oder Gefahr, aber auch für Fruchtbarkeit, Reichtum und Leidenschaft.

Wie wirken die Farben denn nun auf mich?

Zu viel Rot macht uns unruhig. Akzentweise eingesetzt regt es an und sorgt für Aufmerksamkeit. Angeblich wirkt die Farbe sogar appetitanregend, weshalb sie auch gern zur Dekoration von Fastfood-Lokalen genutzt wird.

Weil Rot uns automatisch anspricht, wird es für Stopp-Schilder, Warnsignale und zum Beispiel für die Kennzeichnung von Sonderpreisen eingesetzt.

Blau wirkt im Gegensatz dazu entspannend. Die kühle Farbe steht für Kraft, Klarheit und Coolness und wird daher gerne für sportliche Logos oder im Medizinbereich eingesetzt. Blau soll uns dabei helfen, die Gedanken zu ordnen. Blaue Wände und Laken im Schlafzimmer sollen gegen Schlafstörungen helfen.

Schwarz tragen, bis es etwas Dunkleres gibt

Schwarze Kleidung trägt man heutzutage nicht mehr nur zu traurigen Anlässen. Sie ermöglicht uns, in der Menge nicht aufzufallen, lässt uns schlicht und elegant wirken und gibt uns dadurch Ruhe und Sicherheit. Die Farbe, die eigentlich gar keine Farbe ist, steht gleichzeitig für Dunkelheit, Trauer und Geheimnisse und für Eleganz, Respekt und Würde. Eines ist sowieso klar: Ich werde Schwarz tragen, bis ich etwas Dunkleres gefunden habe.

Meine „Lieblingsfarbe“ Türkis hat eine kühle Wirkung. Sie steht für Freiheit, Distanz und Extravaganz. Für Ferne und Weite. Türkisfarbene Wände wirken klar und persönlich auf uns.

Rosa war früher die Farbe für die Jungen

FarbenMagenta gibt uns Sicherheit und innere Ruhe. Es steht gleichzeitig für Dominanz und Besonderheit und für Mitgefühl und Ordnung. Das abgeschwächte Rosa hingegen mildert Aggressivität ab und wirkt unschuldig und sanft. Rosa wird erst seit den 1920ern mit Weiblichkeit verbunden. Zuvor war es der männliche Farbton. Weil Rot für Leidenschaft, Kampf und Blut steht, wurde es als männlich angesehen. Rosa war das „kleine Rot“ und stand für kleine Jungen.

Gelb ist bekannt dafür, die Kreativität zu fördern. Streicht man Räume mit gelb, wirken sie automatisch größer. Negative Assoziationen, die wir damit verbinden, sind Neid, Geiz und Egoismus. Gleichzeitig geht von Gelb Lebensfreude, Selbstbewusstsein und Optimismus aus. Therapeuten nutzen es gerne als „natürlichen Stimmungsaufheller“.

Grün gegen Liebeskummer

Grün ist für uns die Farbe der Natur. Sie steht für Gesundheit, Vitalität, veganen Lebensstil, Sicherheit, Nachhaltigkeit, Hoffnung und Kreativität. Bei der Farbtherapie wird Grün zum Beispiel gegen Liebeskummer oder Trauer eingesetzt. Nicht umsonst sagt man ja „Du bist bedrückt? Gönn Dir einen Tag im Grünen!“. Grün gekleidete Menschen wirken auf uns vertrauenerweckend und großzügig.

Negative Dinge, die wir mit grüner Farbe in Verbindung bringen, sind zum Beispiel Müdigkeit und Neid. Genutzt wird sie gerne in den Bereichen Ökologie, Wissenschaft, Medizin und Regierung/Verwaltung.

Was schließen wir daraus?

Aktive Farben wie Gelb und Rot motivieren und treiben uns an. Passive Farben wie Grün, Blau oder Türkis wirken insgesamt eher beruhigend auf uns. Die beste Wirkung lässt sich durch die geschickte Kombination verschiedener Farben erzielen. Das betrifft nicht nur die Auswahl der Kleidung oder Wohnungsdekoration.

Meine Lieblingsfarbe Bunt ist und bleibt also die beste aller Farben. Soweit mein Fazit. In diesem Sinne: Lebt bunt! Und habt es schön.