Schon zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit erscheint Altona bei mir in den Schlagzeilen. Der Grund: Der Hamburger Stadtteil, der seit 2007 als Patenbezirk für den Kiebitz fungiert, tut jetzt was für den seltenen Vogel.

2017 wurden in Neubaugebiet in Othmarschen 20 Kiebitz-Küken gerettet. Neun Tiere werden jetzt beringt und am 16. August bei der NABU Vogelstation in der Wedeler Marsch freigelassen. Die Vögel hatten das Neubaugebiet als ihre Heimat auserkohren und wollten nicht von dort wegziehen. Sie brüteten dort auch nach dem Bau unzähliger Häuser auf dem Gelände weiterhin. Was zur Folge hatte, dass die Küken in ihren Nestern auf den Hausdächern verhungerten.

Der Kiebitz kämpft ums Überleben

24 Eier und vier Küken wurden darum eingesammelt und aufgezogen. 20 Küken überlebten. Die ersten 14 wurden bereits in der Wedeler Marsch in die Freiheit  entlassen.

In Hamburg ist es üblich, dass die Stadtteile Patentiere haben, auf die ein besonderes Augenmerk gelegt wird. In Hamburg Mitte ist es der Haussperling, in Wandsbeck die Forelle und in Altona der Kiebitz.

Der Kiebitz ist ein Watvogel und gehört zur Familie der Regenpfeifer. Sein natürliches Brutgebiet sind Marschwiesen, Niederungen und Vordeichflächen. Er ist für seinen gaukelnden Balztanz bekannt. Die Eier des Botenbrüters galten früher als Delikatesse. Das und vor allem auch die Bedrohung seines Lebensraums durch den Menschen hat im einen Platz auf der roten Liste der bedrohten Vogelarten eingebracht.

Zugvögel auf der Reise

Im Südwesten ihres Brutgebiets sind die Kiebitze Strandvögel. In den anderen Bereichen haben sie sich an ein Leben als Zugvögel gewöhnt. Sie überwintern nach aktueller Wetterlage in England, Irland, Holland, dem Mittelmeeraum, Nordafrika, dem Nahen Osten, Asien, Norindien, Japan, Südkorea, Taiwan, Burma und Südostchina.

Die Brutzeit geht bei den Kiebitzen schon sehr früh los. Bereits ab März bilden sich, wenn es nicht mehr friert, die ersten Territorien, die von den Männchen bewacht werden. Nach 21 bis 28 Tagen schlüpfen die Küken aus, um die sich beide Eltern kümmern.

Der Bestand ist bedroht

Durch die Witterungseinflüsse schwankt der Kiebitz-Bestand bereits von Natur aus stark. Hinzu kommen schwerwiegende Eingriffe durch den Menschen, wie die Belastung durch Chemikalien und die Urbanisieurung des Lebensraums. Das Altonaer Projekt ist eines von vielen zum Schutz der faszinierenden Tiere.

Kiebitz

Bilder:

Junger Kiebitz: Wikipedia, CC, Young Vanellus vanellus

Ausgewachsener Kiebitz: Wikipedia, CC, Northern-Lapwing-Vanellus-vanellus, Fotograf: Andreas Trepte, photo-natur.net

Hamburger Stadttauben e. V. – Ein Verein mit Herz für Tauben