Ich werde nie aufgeben

Menschen

Why are you wearing that stupid man suit?

Warum sehen Menschen anderen Menschen beim Scheitern zu? Warum fällt es den meisten so schwer, anderen auch mal unter die Arme zu greifen? Wenn wir sehen, dass es schwierig wird, drehen wir uns weg. Was läuft schief mit uns?

Ganz oben seht Ihr ein Bild von der Sonntags-Parade auf dem Stamp Festival in Altona. Ich habe die Gesichter ausgeblurrt, ich finde, so kommt die Stimmung besser rüber. Die Truppe zeigt ja ein Bisschen die Gesellschaft an sich. Wie sich alle abrackern und keiner dem anderen hilft. Alle beobachten andere beim Versuch, etwas hinzukriegen (und auch gerne dabei, wie sie daran scheitern). Es ist, als würde man sie ganz leise sagen hören „Das habe ich mir schon gedacht, dass sie das nicht hinkriegen. Gut, dass ICH es nicht versucht habe“.

Kennt Ihr dieses Gefühl auch? Ihr brennt für eine Sache. Kämpft dafür. Mit Leidenschaft. Ihr gebt alles und steckt Eure komplett Energie hinein. Und es interessiert niemanden. Man hört das ja oft von Künstlern. Ihr ganzes Leben lang erschaffen Sie Werke, in die sie ihr Herzblut, ihre Seele stecken. Niemand will sie sehen. Erst nach ihrem Tod hebt man sie auf den Tron, den sie eigentlich schon zu Lebzeiten verdient hätten.

Wie kommt das? Niemand möchte doch post mortem für etwas gelobt werden. Man würde es ja schon gerne hören und sich den Ruhm abholen, wenn man es noch mitbekommt. Größtenteils geht es ja nicht mal darum: Ruhm. Die meisten Menschen wollen einfach nur beachtet werden.

Gegen Windmühlen schreiben

MenschenIch selbst habe in meinem Leben schon die ein oder andere Zeit gehabt, in der ich das Gefühl hatte, gegen Windmühlen zu schreiben, singen oder einfach nur zu reden. Und ich habe Situationen erlebt, in denen ich mich fast von diesem Gefühl zu Boden reißen ließ.

Irgendwann war jedoch ein Punkt erreicht, an dem mir klar wurde, dass einen das am wenigsten weiterbringt. Auch wenn ich nach wie vor eine introvertierte Person bin (und die sind ja bekanntlich gerne mal von Beschriebenem betroffen), habe ich für mich einen Entschluss gefasst. Auch, wenn es manchmal weh tut, dass einen keiner liest, hört oder auch nur wahrnimmt, wenn die Leute mir dabei zusehen, wie ich mir die Nägel rausreiße, weil ich mich an etwas festklammere: Ich werde nie aufgeben. Ich mache weiter.

Mein Blog lebt nun schon seit neun Jahren. Nächstes Jahr steht das große Jubiläum an. Ich habe ein paar Stammleser, die immer wieder kommen. Die meisten von Ihnen sind aus WordPress-Anfangszeiten oder sogar zusammen mit mir von myspace rübergewechselt. Digitale Freunde, denen ich zum größten Teil noch nie begegnet bin. Was ich innerhalb der neun Jahre beobachten konnte ist spannend: Zusätzlich zu den vier, fünf erwähnten Stammlesern, landen eigentlich mehr die „Surfer“ auf meiner Seite. Sie finden sie über Suchbegriffe oder einfach durch Zufall.

Natürlich habe ich auch einen inneren Zirkel. Dazu zählen unter anderem meine Eltern, meine Schwiegermama, meine Besties und mein Mann. Viele Freunde, Bekannte und flüchtige Bekanntschaften (wie Facebook-Freunde), finden eher selten den Weg zu meinem Baby. Denn das ist cardamonchai.com: Mein Baby. Es ist alles, was ich bin. Mein blaues Pferd. Meine Kornblumen. Meine Mädchen mit dem Perlenorring? Ihr könnt es nennen, wie Ihr wollt.

Menschen – Ich denke nur mal wieder nach

MenschenDas hier soll jetzt auf gar keinen Fall eine Abrechnung mit meinen Freunden werden. Kein rotzfreches, lautes, schrilles „Beachte mich, ich bin auch toll“. Ich möchte auch nicht behaupten, dass ich Kunst erschaffe, oder irgendetwas Verwertbares oder Halbwegs Intelligentes absondere. Mich selbst nehme ich auch nicht aus. Ich bin mir sicher, dass auch an mir so viele wichtige Dinge vorbeiziehen, die vielleicht jemand, dem ich wichtig bin und der mir wichtig ist, mit mir teilen möchte. Darum geht es nicht. Ich denke nur mal wieder nach. Schwarz auf weiß. Und meistens bin ich ja immer dann bitterböse, wenn ich selbst nicht damit rechne.

Die Tante, der ich alles über mein Blog inkl. E-Mail-Adresse und Konsorten feinsäuberlich notierte. Von der ich bis jetzt noch auf ein kleines „Ich hab mal reingelesen“ warte. Hat sie es? Ich weiß es nicht. Der Kumpel, der nicht mal reinklickt, wenn ich einen Link mit der ausdrücklichen Bitte ums „Lesen, es ist ein spannendes Thema, das Dich sicher auch interessiert“ zukommen lasse. Ich kommentiere doch auch alle Bilder von seinen Hunden.

Wir lesen nicht, was im digitalen Sozialnetz an uns vorbeischwimmt

MenschenIch poste jeden einzelnen Artikel, den ich hier im Blog veröffentliche, feinsäuberlich in allen sozialen Netzwerken. Derzeit nutze ich sieben. Insgesamt habe ich dort 2.444 Follower, Friends, Likes, Fans, oder wie auch immer ihr es am liebsten nennt. Dennoch kommen meine Leser über die Suchmaschine. Wir lesen also gar nicht, was im digitalen Sozialnetz an uns vorbeischwimmt. Doch ich möchte hier keine Analyse starten.

Der Punkt ist vermutlich auch ein ganz anderer: Wir (Menschen) merken nicht, was anderen wichtig ist. Nicht über E-Mails oder Facebook und nicht durch Notizen auf Servietten. Die Zeiten haben sich einfach geändert. Wir leben im Informationsüberfluss. Ein Link ist ein Link. Mehr eben nicht. So gut wie keiner liest sich heute einen Text wirklich noch bis zum Ende durch. Viele dringen nicht mal mehr bis zum eigentlichen Artikel durch. Sie hinterlassen ihren Kommentar unter dem Anriss im sozialen Netzwerk. Oder gar nicht.

Likst Du mich, dann like ich Dich

MenschenMan möchte doch im Endeffekt auch gar nicht, dass man nur noch auf diese Weise interagiert: Likst Du mich, dann like ich Dich. Sprich, wenn Du mein Bild auf Instagram mit einem Herz verzierst, dann hinterlasse ich einen Random-Kommentar auf Deiner Seite. Aber verlange nicht von mir, dass ich den ganzen Text durchlese. Ich bin nämlich busy. Ich muss noch 8.000 Faves verteilen, damit meine Follower nicht weniger werden. Meistens möchte man doch einfach nur, dass jemand sagt: „Genau so fühle ich auch“, oder „Lass uns das doch das nächste Mal zusammen machen“. Sprich: Nicht auf der „Nettigkeiten-austausch-Ebene“, sondern auf der „Ich-bin-Dein-Verbündeter-Ebene“. Nicht nur als BloggerIn, versteht sich.

Früher gab man dem Kollegen ein Buch und er las es. Das führte dann auch zu einer gesunden Basis für spätere Gespräche. Man konnte sich über den Inhalt austauschen, darüber lachen und fachsimpeln. Heute springt man nur noch von Anriss zu Anriss. Besonders beliebt sind Plattformen geworden, deren Inhalte sich automatisch nach 24 Stunden löschen. Schrecklich, oder? So bleibt einem nicht mal mehr das „Hast Du gestern auch das Meme mit der Katze im Pool bekommen? Nicht? Moment, ich zeige es Dir schnell!“.

Vielleicht sollten wir uns einfach ein Bisschen zurückbesinnen. Zu Büchern. Oder uns einfach mal wieder in der Weinstube treffen und uns gegenseitig die Dinge vorlesen oder vorsingen, die uns wichtig sind. Damit die anderen sie mit uns fühlen können. Oder vielleicht bin ich auch einfach zu alt für diesen Scheiß.

Und jetzt! Macht verdammt noch mal bei meinem Gewinnspiel mit!

„Die Kunst ist fast immer harmlos und wohltätig,
sie will nichts anderes sein, als Illusion“
Sigmund Freud

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