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Eine packende Ausstellung

El iris de LucyBei unserem Aufenthalt in Las Palmas im Mai stand auch Kunst auf dem Programm. Genauer: Die packende Ausstellung El iris de Lucy im Atlántico de Arte Moderno (CAAM).

El iris de Lucy – Zeitgenössische Künstlerinnen Afrikas

El iris de Lucy (Lucys Iris) zeigte in Las Palmas vom 26. Januar bis einschließlich 4. Juni 2017 die Werke von 25 zeitgenössischen Künstlerinnen aus Afrika. Alle Frauen, deren Kunstwerke ausgestellt wurden, bewohnen diesen Kontinent und verarbeiten ihre Erfahrungen in ihrer Kunst.

Beim Namen der Ausstellung hat man sich bewusst für eine Metapher entschieden, die auf die aufgezwungenen Denkmuster der Kolonialzeit anspielt. Damit richtete sie den Fokus auf die Notwendigkeit ihrer Überwindung und auf das Wiedererreichen der Blicke, die niemals hätten abgewendet werden dürfen.

Dabei bezog man sich auf den Australopithecus afarensis, besser bekannt als Lucy. Sie galt für lange Zeit als Urahnin der Menschheit. Bei ihrer Entdeckung durch ein Team aus Anthropologen rund um Donald Johanson und Tom Gray im Jahr 1974 wurde ihr Alter auf 3,2 Millionen Jahre geschätzt. Der Name wurde ihr mehr zufällig gegeben, damals lief gerade „Lucy In The Sky With Diamonds“ von den Beatles im Radio.

El iris de Lucy – Warum keine Afrikanerin als Namenspatin?

El iris de LucyDie Schöpfer von El iris de Lucy haben sich die berechtigte Frage gestellt, warum man sich damals nicht den Namen einer Frau aus der afrikanischen Kultur entschieden hatte. Warum hatten die Forscher die Verbindung des von ihnen entdeckten Hominiden zu seiner Identität und somit seinem Blick, also seiner Iris durchbrochen?

Kurze Zeit nach ihrer Taufe wurde sie durch die Ätiopier der Region Afar in Dinkenesh umbenannt, was so viel bedeutet, wie „Du bist wunderbar“. Die Entwendung jedoch bleibt eine Tatsache und lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Die Ausstellung El iris de Lucy soll Lucy ihren Blick zurückgeben. Geführt wird ihr Auge dabei von den Werken großer zeitgenössischer afrikanischer Künstlerinnen.

„Du bist wunderbar“

El iris de Lucy„Du bist wunderbar“ sagen diese Kunstwerke. Sie regen zum Denken an und zeigen Afrika aus dem Blickwinkel von Frauen, die einen großen Beitrag leisten beim kulturellen Aufbau ihres Kontinents. Transportiert werden ihre Aussagen mit Hilfe von Instalationen, Fotos, Bildern, Zeichnungen, Skulpturen und Videokunst.

Die Künstlerinnen bringen die unterschiedlichsten Hintergründe mit. Mit ihrer Kunst hinterfragen sie Geschlechterrollen, Identitiäten, Ethnien, Körper, Grenzen, den Feminismus, die Gegenwart sowie postkoloniale Fragestellungen, Migration und Gefühle.

Ausgestellt wurden die Künstlerinnen Jane Alexander, Ghada Amer, Berry Bickle, Zoulikha Bouabdellah, Loulou Cherinet, Teresa Correa, Safaa Erruas, Pélagie Gbaguidi, Amal Kenawy, Kapwani Kiwanga, Nicène Kossentini, Mwangi Hutter, Michèle Magema, Fatima Mazmouz, Julie Mehretu, Myriam Mihindou, Aida Muluneh, Wangechi Mutu, Otobong Nkanga, Yapci Ramos, Tracey Rose, Berni Searle, Sue Williamson, Billie Zangewa und Amina Zoubir.

El iris de Lucy – Eine Wanderausstellung

Zuerst wurde El iris des Lucy im MUSAC in León gezeigt, wo auch die Idee enstand. Später zog die Ausstellung dann ins Musée departamental d’art in Rochechouart um, von woaus sie nach Las Palmas reiste. Die Wanderausstellung fand 2017 im CAAM und der Casa Àfrica, wo sie parallel gezeigt wurde, ihren Ausklang. Gewidmet wurde El iris de Lucy der ägyptischen Künstlerin Amal Kenawy.

Wir danken dem Kurator Orlando Britto Jinorio für die wundervolle Ausstellung und den freundlichen Mitarbeitern des Museums dafür, dass sie uns unsere schweren Rucksäcke abgenommen und uns so liebevoll aufgenommen haben. Die Ausstellung hat uns beide in ihren Bann gezogen und schwer beeindruckt. Leider komme ich erst jetzt dazu, meine Bilder zu veröffentlichen, ich hoffe, dass man dadurch einen kleinen Eindruck von El iris de Lucy bekommt.

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