Insel der süßen Früchte

Vegan auf Gran CanariaGran Canaria ist ein echtes Paradies für VeganerInnen. Die Früchte wachsen einem nur so in den Mund, alles ist frisch und jede/r weiß genau, was gemeint ist, wenn man nach „vegana“ fragt.

Vor unserer Reise nach Gran Canaria las ich mich, wie ich das immer tue, durch die Blogs und Foren. Überall stand, dass man es dort als Veganer schwer hätte. „Vegan auf Gran Canaria? Geht nicht.“ las ich da und „Veganer bringen am besten ihr Essen von zu Hause mit.“ Ich wollte das nicht ganz glauben. Schließlich ist Gran Canaria doch die Insel der Avocados und Bananen. Ich nahm mir vor, das Gegenteil zu beweisen und ließ mir die Vorfreude auf die Reise nicht verderben.

Kaum angekommen, stellte sich heraus: Ich hatte recht! Keiner der Berichte stimmte! Bereits am Flughafen fanden wir, nachdem wir ausgehungert mit unseren Rucksäcken dort angekommen waren, einen Supermarkt (Spar, befindet sich im Untergeschoss des Flughafens), in dem es alles gab, was das vegane Herz begehrt. Sogar die ersten kanarischen Bananen! Wir waren begeistert und aßen uns erst mal satt, bevor wir uns mit dem Überlandbus auf den Weg in den Süden machten.

Vegan auf Gran Canaria – Wir sind im Schlaraffenland angekommen

Vegan auf Gran CanariaDort angekommen, stiegen wir in dem kleinen aber feinen Hotel Labranda Marieta in Playa del Ingles ab. Ich hatte vorab eine Anfrage per Mail geschickt (natürlich auf spanisch), wie es mit veganem Essen am Frühstücks- und Abendessen-Buffet aussieht. Durch die diversen Beiträge im Internet, die ich vorab gelesen hatte, versuchte ich dabei so sehr wie möglich ins Detail zu gehen. Der Vegan Passport* war mir dabei eine große Hilfe.

Schon kurze Zeit später erhielt ich eine sehr freundliche E-Mail von einer Mitarbeiterin des Hotels. Auf Englisch.

„Dear Mr. and Mrs. Reis. Thank you for your message and for the information given. As you can imagine, just the 25% of our buffet is suitable for you. However, I inform the chef and what we can offer is a personalized service, you just have to ask a colleague about the buffet or order something specific in case that you do not find things that you like. At the check in you can ask for me (Aisling) and I would be more than happy to assist you. Best regards, A. M.“

Im Hotel angekommen, mussten wir uns nicht erneut erkundigen. Die nette Dame am Empfang wusste sofort, dass wir die zwei Rucksackleute mit der Essensanfrage waren.

„Wie schön, dass sie hier sind! Ich habe mit unserem Küchenchef gesprochen. Sagen Sie heute Abend am Buffet einfach dem Kellner Bescheid, dann bekommen sie ein eigenes Menü!“

Wir waren so richtig schön geplättet. Zusätzlich zum umfangreichen Buffet, welches zahlreiche vegane  Optionen bat, bekamen wir jeden Abend ein veganes 3-Gänge Menü aufgetafelt. Und das ganz ohne Aufpreis. Ihr könnt sicher ahnen, wie neidisch einige der anderen Gäste (meistens die mit Speck und Steak auf dem Teller) geschaut haben. Hehe. smile

Das Hotelpersonal war äußerst zuvorkommend, liebevoll und hilfsbereit. Wir hatten das Gefühl, dass es ihnen große Freude bereitete, mal etwas Neues auszuprobieren. Ich vermute ja auch nach wie vor, dass unter ihnen der oder die ein oder andere VeganerIn ist, der/die innerlich jubelte „Endlich mal wieder zwei von uns!“ tongue

Vegane Menüs

Vegan auf Gran CanariaWeil ich geschrieben hatte, dass ich besonders gespannt war auf die typischen Avocados, die in Gran Canaria angebaut werden, bekamen wir fast jeden Abend als Vorspeise eine Platte mit Avocados. Jedes Mal ein Bisschen anders angerichtet. Jeden Tag noch liebevoller als an dem zuvor. Außerdem servierte man uns Pizza, Gemüsereis, Gemüseplatten und sogar Sushi. Für das Frühstück hatte man extra veganen Kuchen und Kekse vorbereitet.

Am Buffet fanden wir die berühmten kanarischen Papas arrugadas (runzlige, in Meerwasser gekochte Kartoffeln), die verschiedensten Salate, Kraut, Antipasti, Suppen, Gemüsevariationen, Oliven und zum Frühstück Brötchen, Obstplatten, Müsli, Bohnen, gebratene Auberginen, Zucchini Marmeladen und natürlich unsere geliebten Bananen. Sojamilch gehört zur Standardausstattung des Hotels und war in rauen Mengen verfügbar. Wir waren im Schlaraffenland angekommen und konnten unser Glück kaum glauben.

Überall vegane Produkte

Auch außerhalb des Hotels fanden wir an jeder Ecke frisches Gemüse und vegane Snacks. Smoothies werden auf der Insel in jedem Café und in jeder Bar angeboten und jeder Supermarkt hat eine vegane Ecke. Jedes Mal, wenn wir nach veganen Optionen fragten, wurden wir freundlich und zuvorkommend behandelt.

Der Supermarkt Spar Natural, welcher überall auf der Insel Filialen hat, erinnert stark an AlnaturaDenns, oder Whole Foods. Dort gibt es jede Menge vegane Lebensmittel sowie Biogemüse und Waren des täglichen Bedarfs zu kaufen. Doch auch in gängigen Supermärkten, Minimärkten und Spätis entdeckten wir überall vegane Lebensmittel, die auch als solche deklariert waren.

Vegan in Gran CanariaWas mir besonders gut gefällt: In Spanien scheint großer Wert darauf gelegt zu werden, dass Kosmetikprodukte ohne Tierversuche auskommen. Als wir am zweiten Abend eine Aloe Vera Salbe für nach dem Sonnenbad suchten, fand Matze gleich auf der ersten Flasche, die er in die Hand nahm, einen Stempel mit den Worten „No animal testing“. Auch auf der Suche nach Sonnencreme, Haaröl und Deo erging es uns ähnlich.

Vegan auf Gran CanariaIrgendwann machte ich mir einen Sport daraus, im Supermarkt Tuben und Tiegel umzudrehen und war jedes Mal begeistert, wie viele Produkte sich als vegan herausstellten. Zum Glück reisten wir mit Handgepäck, sonst hätte mich vermutlich ein nicht mehr aufzuhaltender Kaufrausch gepackt. Besonders positiv fiel mir die Marke Instituto Español auf, die obendrein noch mit hervorragender Qualität glänzt. Alle Produkte des Herstellers enthalten natürliche Aloe Vera, die auf Gran Canaria wächst und duften einfach himmlisch. Vegan auf Gran Canaria ist also nicht nur ernährungstechnisch möglich.

Vegan auf Gran Canaria – Eine echte Schlemmerreise

Vegan auf Gran CanariaBei unseren Streifzügen über die Insel besuchten wir unter anderem eine Finka, in der Bananen und Wein angebaut werden. Dort wurden wir mit leckersten Bananen verköstigt. Auf einer anderen Finka gab es selbst gerösteten Kaffee, Orangen, Wein, selbst gebackenen Mandelkuchen und Brot.

Im Gespräch mit Einheimischen erfuhren wir, dass vegan auf Gran Canaria gerade ganz groß im Kommen ist. Besonders die jungen Leute sind sehr gesundheitsbewusst, machen viel Sport und achten auf ihre Ernährung. Ein Vegetarier, der gerade in der Umstellung auf vegan steckt, erzählte uns, dass es auf der Insel sehr leicht ist, sich pflanzlich zu ernähren.

„Viele Gerichte und auch Süßspeisen sind traditionell vegan und es gibt einfach überall eine schier unendliche Auswahl an frischen Früchten.“,

erzählte er. Wir können das nur bestätigen. Gran Canaria ist in vielen Dingen schon sehr viel weiter, als wir es hier in Deutschland sind. Die Menschen begegnen dem veganen Gedanken völlig vorurteilsfrei und stehen der Idee viel offener gegenüber, als viele Leute hierzulande.

Ihr seht: Alles in allem war es eine Schlemmerreise, wie sie im Buche steht. Ich selbst habe das nie angezweifelt. Dennoch möchte ich es hier noch mal festhalten: Vegan auf Gran Canaria geht auf jeden Fall! Und wie! Über die Finkas und unsere verschiedenen Ausflüge erzähle ich Euch in Kürze mehr. Dann gibt es auch einen Bericht über das tollste vegane Lokal der Insel (inzwischen veröffentlicht, hier klicken), das wir in Las Palmas entdeckt haben

Auch über den *Vegan Passport habe ich noch was auf Lager. Bleibt dran!