urgewald„Was macht eigentlich mein Geld?“ – Das hatten sich die Aktivisten von urgewald schon sehr lange gefragt und gründeten deshalb 1992 den Verein. Mit einer umfangreichen Broschüre klären sie jetzt Verbraucher/innen über das Geschäft mit unserem Geld auf.

Wir fragen uns immer häufiger, wo die Produkte herkommen, die wir konsumieren. Wir leben vegan, kaufen Bio- und Fair Trade Produkte und treffen unsere Kaufentscheidungen bewusster, als noch vor einigen Jahren.

Doch was machen eigentlich unsere Banken? Was passiert mit unserem Geld? Wir möchten für alles genaue Inhaltsangaben haben. Kekse mit Palmöl? Kommen nicht in Frage. Mit Gelatine geklärter Wein? Auf gar keinen Fall. Sollten wir uns denn unsere Bank nicht mindestens genau so wohl überlegt aussuchen?

urgewald legt schmutzige Geschäfte offen

urgewaldBei urgewald hat man es sich zur Aufgabe gemacht, schmutzige Geschäfte offen zu legen. Bekanntheit erlangte der Verein, als er 2010 die Broschüre „Wie radioaktiv ist meine Bank“ veröffentlichte. Nach der Atomkatastrophe von Fukushima wollte einfach jeder wissen, ob auch seine Bank beteiligt war, am Geschäft mit der Atomkraft.

Das Heft „Was macht eigentlich mein Geld“ zeigt jetzt, wie wir unsere Geldgeschäfte als wirkungsvollen Hebel gegen Rüstungsgeschäfte und Klimakiller einsetzen können. Aufgeklärt wird dabei auch darüber, was Alternativbanken anders machen, als die herkömmlichen.

Noch heute haben drei Viertel aller Deutschen ein Konto bei einer der großen bekannten Banken und Kassen. Nur rund ein Prozent aller in Deutschland angelegten Geldanlagen wird in ethische und ökologische Standards investiert. urgewald möchte wissen, was mit unserem Geld passiert, wenn wir keine Fragen stellen und durchleuchtet für uns die dunkle Welt der Finanzgeschäfte.

Banken besitzen einen immensen Einfluss auf Rüstungsgeschäfte, Klimawandel und Entwicklung

urgewaldLiest man die Broschüre und beschäftigt man sich mit dem Thema, wird einem klar, was Banken und auch Versicherungen für einen Einfluss besitzen auf Rüstungsgeschäfte, Klimawandel und die technische sowie ökosoziale Entwicklung.

„Follow The Money“

Mit diesem Slogan möchten der Verein Menschen aufrütteln. „Ohne Kredite und Investoren wird kein Atomkraftwerk, kein Staudamm und keine Pipeline gebaut. Auch Bergbaukonzerne und Waffenhersteller benötigen ständig frisches Geld. Doch Geld ist nicht neutral: Wer das Geld gibt, trägt auch die Verantwortung für das Geschäft.“, so urgewald.

Und die Kampagnen wirken. Dank urgewald ist die Finanzierung von Streumunition heute bei vielen Banken und Versicherungen tabu.

Opfer und Betroffene kommen zu Wort

urgewaldWas noch mehr Licht ins Dunkel bringt: Opfer und Betroffene kommen bei urgewald zu Wort. Als „Anwalt für Umwelt- und Menschenrechte“ möchte urgewald Betroffenen eine Stimme geben. Durch den Minenbau von Vertreibung bedrohte Menschen, Aktivisten im Kampf gegen die Rüstungsindustrie sowie Atomkraftgegner werden unterstützt.

Die Mitarbeiter des Vereins sorgen nicht nur dafür, dass diese Menschen beispielsweise in Vorstandssitzungen und auf Pressekonferenzen Gehör finden. Immer wieder wird auch mit Protest- und Verbraucherkampagnen mobilisiert.

Die Broschüre „Was macht eigentlich mein Geld“ zeigt nicht nur die finstere Seite der Bankgeschäfte. Es werden auch beispielhafte Projekte alternativer Banken vorgestellt. Ein Beispiel dafür ist das energieautarke Haus. Dabei handelt es sich um ein Projekt der Ethik-Bank. Ein weiteres der Umweltversand Waschbär, der von der Tridios Bank unterstützt wird.

Wie radioaktiv ist meine Bank?

urgewaldAuf den Seiten 64 bis 74 warten dann knallharte Fakten. Eine detaillierte Reportage klärt hier über folgende Punkte auf

  • Wie radioaktiv ist meine Bank?
  • Ist meine Bank ein Klimakiller?
  • Ist meine Bank ein Waffenhändler?

Doch urgewald wäre nicht urgewald, stünde hier eine nackte Liste mit Banken, die sich an derartigen Geschäften beteiligen.  Ökofonds werden genauestens durchleuchtet, die Auswirkungen, die Geldanlagen wie Stein- und Braunkohle auf unsere Umwelt haben mit Zahlen belegt.

Aufklärungsarbeit im Kampf für mehr Menschlichkeit

urgewaldDer Journalist Wolfgang Uchatius hatte 2011 die „Riester-Bombe“ „zum Platzen gebracht“. Als er selbst 2011 einen Riester-Vertrag unterschrieb, bekam er einen Hinweis, doch mal in Richtung Streubomben zu forschen und besuchte unter anderem die Opfer der Streubomben.

Seine Recherchen brachten ans Licht, dass mindestens zwölf Versicherungen im Rahmen ihrer Riester-Produkte Einzelfonds im Portfolio hatten, die mit rund 150 Millionen Euro in die Herstellung von völkerrechtswidrigen Waffen investiert waren. Die Riester-Kunden waren darüber nicht informiert worden und befanden sich im Glauben, eine Investition in eine solide Altersvorsorge getätigt zu haben. Von der Bundesregierung wurde diese ja sogar im Rahmen der Riester-Förderung auch noch zusätzlich mit Steuergeldern unterstützt.

Deutsche Versicherungen finanzieren Atomwaffen

urgewaldUmwelt- und Verbraucherschutzorganisationen kämpfen dafür, dass Banken und Versicherungen zum Einlenken gezwungen werden. Allerdings führte das bis heute leider nicht zum Ausschluss von Rüstungsunternehmen.

So fließt das Geld einer großen bekannten deutschen Versicherung beispielsweise nach wie vor in die Produktion von Atomwaffen. Begründet wird das von Seiten der Versicherung so:

Sie (sprich: Die Atomwaffen) sind ein politisch gewollter und mehrheitlich akzeptierter Bestandteil der Verteidigungsstrategie des westlichen Bündnisses.

Auch, wer nicht vertreten kann, dass mit seinem Geld Menschen teils sogar durch Waffengewalt aus ihrer Heimat vertrieben werden, um der Kohleeindustrie neues Land für ihren Raubbau und die Zerstörung der Umwelt zuzuschanzen, sollte sich nach Alternativen umsehen.

urgewaldDer staatliche indische, weltweit größte Kohlekonzern Coal India vertreibt nach wie vor Menschen, lässt Kinderarbeit zu und vernichtet den Lebensraum bedrohter Tierarten. Und das ist nur ein Beispiel für die Machenschaften, die hinter dem Geschäft mit unserem Geld stecken.

Im zweiten Teil meines Artikels werde ich in Kürze ein paar Alternativ-Banken vorstellen.

Die Broschüren „Was macht eigentlich mein Geld“ und „Wie radioaktiv ist meine Bank“ können auf der Homepage von urgewald bestellt werden.