„Herr Bauer ist mein neuer Held!“ schrieb mir mein Bruder vor ein paar Tagen. Zusammen mit einem Link zum Artikel einer regionalen Tageszeitung.

Natürlich wollte ich sofort wissen, was es damit auf sich hat und habe nun auch einen neuen Helden, von dem ich Euch jetzt erzählen muss.

Thomas Bauer ist Tiefbau-Unternehmer. Seine Firma hat ihren Sitz in einer Stadt, die meistens nur mit ihrem hervorragenden Spargel für Schlagzeilen sorgt: Schrobenhausen.

Die Süddeutsche Zeitung hatte berichtet, Bauers Firma würde sich möglicherweise am Bau von Trumps Mauer beteiligen. Bauer stellt jedoch klar „Nein, wir bauen diese Mauer nicht!“.

Er wies die Unterstellungen als „Von vorne bis hinten erfunden“ und „völlig unsäglich zurück.

700 Firmen auf einer Liste

Der SZ war eine Liste mit 700 Firmen zugespielt worden, die angeblich am Bau von Trumps Mauer beteiligt sind. Darunter auch Bauers Unternehmen. Gegenüber der Augsburger Allgemeinen sagte Bauer: „Einer unserer Akquisiteure muss standardmäßig einen Haken gemacht haben. Dies war jedoch ganz klar nicht nicht der Unternehmensleitung in Deutschland abgesprochen“.

Ein Bauer Mitarbeiter in den USA habe in einem Internetportal für öffentliche Projekte ein Häkchen gesetzt, damit die Firma über den weiteren Fortgang der Ausschreibung informiert wäre. Das berichtet der Donaukurier. Weiter sei jedoch nichts geschehen, es gäbe laut einem Pressesprecher der Firma Bauer keinerlei Ambitionen in diese Richtung.

„Wir haben noch nie eine Mauer gebaut!“

Was besonders irrsinnig ist: Die Firma Bauer baut gar keine Mauern „Wir haben in unserem ganzen Leben noch keine Mauer gebaut“, so Bauer gegenüber der AZ. Er findet Trumps Art und Weise und seine Idee, an der Grenze zu Mexico eine Mauer zu errichten unerträglich. „Als Bürger lehne ich seine menschenverachtende Rhetorik ab“, sagte er im Interview mit der AZ.

Ich finde es gut, dass es in der heutigen Zeit noch Leute gibt, die sich so klar verteidigen und offen ihre Meinung sagen. Herr Bauer hat für mich alles richtig gemacht.

Die Idee, Einwanderer mit einer Mauer abzuhalten, halte ich für skurril. Es läuft einem kalt den Rücken runter, wenn man darüber nachdenkt. Die durchgehende Mauer soll übrigens neun Meter hoch werden und rund 20 Milliarden Dollar kosten.

Jugendzentren und Mehrgenerationenhäuser statt Schutzwälle

Auch das Münchner Architekturbüro Ibgo befindet sich auf der Liste. Dort beschäftigt man sich derzeit mit dem Bau eines Jugendzentrums. Weitere Projekte sind Mehrgenerationenhäuser sowie ein Museum.

Andreas Leupold, Mitgründer des Büros bringt sein Erstaunen gegenüber dem Bayerischen Rundfunk so zum Ausdruck:

Die Mauer ist so weit entfernt von unseren Idealen. In unserer Architektur geht es immer um Offenheit, um Begegnung von Menschen, Transparenz und Durchblick. Eine Mauer ist genau das Gegenteil.

Das passende Bild stammt übrigens nicht aus Amerika. Ich habe es hier in Hamburg aufgenommen. Es entstand am Rand von Planten un Blomen.

Quellen: Augsburger Allgemeine Zeitung, Bayerischer Rundfunk, Donaukurier, Süddeutsche Zeitung