Karten für das A Summer's Tale Festival 2015

Karten für das A Summer’s Tale Festival 2015

Wie in den letzten Tagen berichtet, haben wir dieses Jahr mit dem A Summer’s Tale Festival in Luhmühlen in der Lüneburger Heide ein neues Festival ausprobiert.

Auch wenn an einigen Dingen noch ein Bisschen gearbeitet werden darf und es uns persönlich insgesamt ein Bisschen zu gemütlich dort zuging, hat es uns großen Spaß gemacht.

Die Künstler

Auf meinen Bildern unten seht Ihr Alex Clare, Heinz Strunk, Young Rebel Set, Belle And Sebastian, Ride, Manuel Möglich, Nils Frevert, Get Well Soon, Hundreds und Calexico, die wir in dieser Reihenfolge über vier Tage verteilt live auf dem A Summer’s Tale1erleben durften.

Außerdem traten natürlich noch viele weitere Künstler auf, es gab Workshops und allerlei interessante Darbietungen und sogar eine Fotoausstellung und einige Kunstistallationen, die über das Gelände verteilt waren. Bis auf die Pulled Pork Stände, die es an jeder Ecke gab und ein unglaublich großes Angebot an Käse, Joghurt und weiteren Milchprodukten war es allerdings, was die Essensversorgung angeht, etwas schwierig.

Hunger

Anfangs dachten wir uns noch, wie schön, dass es mal andere Einkehrmöglichkeiten gibt, als die üblichen Verdächtigen, aber am Ende des Tages habe ich mir einfach meinen Asia-Nudelstand gewünscht, an dem ich mir schon um 10 Uhr morgens eine dicke Portion dampfende Nudeln mit Gemüse und Sambal Oelek holen kann, wenn mich der Hunger packt. Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle an unsere mobile Lieblings-Burgerbude Vincent Vegan2  aus Hamburg,  dass Ihr uns vor dem Verhungern gerettet habt!

Vincent Vegan rettete uns

Vincent Vegan rettete uns

An zwei Tagen sah es mit dem veganen Essensangebot auf dem Festival richtig mau aus, weshalb wir leider auf den örtlichen (3,5 km entfernten) Supermarkt zurückgreifen mussten, weil es sonst an einem Tag nur Pommes für uns gegeben hätte, an einem sogar gar nichts.

Der angebotene Fahrradverleih war übrigens über die komplette Dauer des Festivals hoffnungslos ausgebucht, leider konnten wir ihn für diese beiden notwendigen Ausflüge daher nicht in Anspruch nehmen.

Normalerweise haben wir auf Festivals auch was zu essen dabei, allerdings wurde in diesem Fall die vegane Auswahl im Voraus so groß beworben, zudem handelte es sich sich um unseren Jahresurlaub, weshalb wir uns dazu entschieden hatten, einfach mal so richtig zu schlemmen.

Doch leider war die Nachfrage an den Ständen mit veganen Alternativen so groß, dass innerhalb kürzester Zeit alles ausverkauft war. Da sich die Foodtrucks abwechselten, war das Team von Vincent Vegan am Vortag und an den beiden letzten Tagen des Festivals eingeplant und wurde in der Zwischenzeit nicht nur von uns schwerlich vermisst.

Nach der zweitägigen Pause packten sie kurzerhand alles ein, was an Essbarem in der Nähe war und rockten das Catering mal so richtig. Ihr kennt vielleicht wie wir die Schlange, die sich Mittags immer vor dem Foodtruck bildet, gegen die auf dem A Summer’s Tale ist sie harmlos. Zum Glück hatten auch die Burristas aufgestockt und verkauften wieder vegane Burritos, sonst wäre der Ansturm wahrscheinlich nicht mehr unter Kontrolle zu kriegen gewesen. Glücklich mampften also alle ihre Burger und Süßkartoffelfritten und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Und mit vollem Bauch feiert es sich bekanntlich gleich noch viel schöner.

Wir auf dem A Summer's Tale

Wir auf dem A Summer’s Tale

Ich denke, dass man sich bei der Planung des Festivals sehr auf das Thema Komfort konzentriert hat (3-Gang Dinner im bestuhlten Zelt mit Tischdecken und Service für 40 Euro für die Fleischesser, Weinprobe, Komfortcamping) und dabei so „normale“ Dinge wie Dosenbier und Eistee am Supermarktstand (dort konnte man dafür die Vogue kaufen) und große Nudelportionen, die wirklich satt machen, schlichtweg verdrängt wurden.

Zum Thema Komfortcamping: Keine schlechte Idee, das gibt es ja auf anderen europäischen Festivals schon sehr lange. Allerdings gibt es auch hier zwei Punkte: Es war kein Unterschied zwischen dem Komfortcampingplatz und dem normalen Campingplatz erkennbar. Beide waren mit der gleichen Anzahl an Wassertoiletten und Duschen ausgestattet. Einziger Unterschied: Alle Familien mit Kindern waren auf dem Komfortcampingplatz untergebracht, Ihr könnt Euch das Geschrei und Gebrüll ab sechs Uhr morgens vorstellen. Man sollte ihn demnach vielleicht einfach in Familiencampingplatz umbenennen. Oder, wie das in England üblich ist, einfach noch mal in zwei Kategorien unterteilen. Den nicht unerheblichen Aufpreis kann man sich sonst als kinderloser Mensch getrost sparen.

Ich habe gelernt, dass mir Festivals, die sich mehr um die Musik drehen, lieber sind, als solche, bei denen es um das Drumherum geht. Dafür koche ich auch gerne selbst, oder esse die üblichen Wok-Nudeln. Ein wunderschönes Event war es dennoch, wir hatten traumhaftes Wetter und haben tolle Bands vor einer traumhaften Kulisse genossen. Außerdem habe ich wohl noch nie so wenig Müll auf einem Festivalgelände gesehen. Tipp an andere Veranstalter: Einfach mal ein paar Mülltonnen aufstellen, evtl. schmeißen die Leute dann da auch ihren Abfall rein. wink

Grundsätzlich würde ich das Festival bei einem umfangreicheren Lineup mit weniger Pausen noch mal besuchen. Allerdings mit Gaskocher und Proviant im Gepäck. Und mit einem Buch für die Pausen.