Vegan

Ökolatsche 2.0

Ich wollte mal wieder einen Kommentar abgeben und das sei hiermit geschehen: Es ist schön, dass sich was tut. Das Umdenken erfolgt Schritt für Schritt.

Im Fernsehen laufen Berichte1 über die vegane Lebensweise (zwar nicht im Vorabendprogramm, da lösen nach wie vor die Zoosendungen die Fleisch- und Sahneköche ab und umgekehrt), aber man muss froh sein, dass sich der Gedanke langsam rumspricht.

Immer mehr Menschen probieren auch mal pflanzliche Milch (zu erkennen am wachsenden Angebot in den Supermärkten) und auch Frau Müller von gegenüber spricht inzwischen die Spaziergänger im Hundepark darauf an, wenn sie ihre Fiffis zu streng an die Leine nehmen.

Pythagoras hatte recht!

„Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen wieder zurück.“ Ich denke, dass man diesen weltberühmten Satz ausweiten darf auf „Alles, was der Mensch der Natur antut, kommt auf den Menschen zurück“. Das ist sicherlich auch das, was Pythagoras damit gemeint hat.

Wann, wenn nicht jetzt? Die Zeit für ein kollektives Umdenken ist gekommen. Nur eine tierleidfreie Zukunft hat Zukunft.

Wie schrieb die Zitty Berlin2 das gestern so schön „Die Zeit ist reif, faule Kompromisse über Bord zu werfen. Nie war es einfacher und notwendiger, ohne tierische Produkte zu leben, als heute.“

Das Leid der Milchrinder

Vegan

Garantiert ohne Rind: Selbstgemachte Seitanburger

Ja, so langsam kommt es in unseren Köpfen an, dass die Qualen der Milchrinder genauso, wenn nicht sogar größer sind, als die der Mastrinder, dass es sich bei Leder genau wie bei Pelzmänteln um die Haut unserer Miterdlinge handelt und dass Fische sehr wohl Schmerzen fühlen können.

Im Privatfernsehen läuft derweil die Wurstwerbung weiterhin rund und sogenannte Gesundheitsfachleute machen gemeinsame Sache mit der Milchindustrie, die uns seit Jahrzehnten vorgaukelt, dass wir die Muttermilch anderer Säugetiere zum Überleben brauchen.

Das Unwort unseres Zeitalters

Wie lange noch? Wie lange, bis wir uns das kollektiv nicht mehr gefallen lassen werden? Werden eines Tages Warnhinweise auf Milchtüten zu finden sein? „Milchkonsum schadet der Gesundheit“? Zu diesem Thema habe ich mich ja vor kurzem schon mal sehr ausführlich hier ausgelassen. Doch zum Glück begreifen wir nach und nach, was das Unwort unseres Zeitalters ist: Nutztier.

Vegan – Wir machen mit!

Auch, wenn es nur in kleinen Schritten passiert: Es geht voran! Auch der Einzelhandel erkennt immer mehr: Am Thema Tierleidfrei komme ich nicht vorbei (Es reimt sich, es muss stimmen! smile ). Es handelt sich um ein wirklich zukunftsträchtiges Geschäft und im Moment kann einfach Jede/r noch der/die Erste sein. Ein ganz neuer Markt möchte erobert werden, neue Kunden kommen mit einer ständig wachsenden Nachfrage ins Geschäft spaziert.

Vegan

Hier gibt es jetzt auch vegane Gerichte

Und es gibt einiges zu tun! Ich spreche hier auch die Verpackungsdesigner an. Warum lässt sich eine Leberwurstpackung schon seit der Spätbronzezeit ganz leicht öffnen, an der für veganen Aufschnitt scheitert allerdings sogar ein Ingenieur kläglich? Krempelt die Ärmel hoch und macht Euch an die Arbeit! Wir werden unser Geld bei Euch ausgeben! Versprochen!

Wir werden unser Geld bei Euch ausgeben!

Not macht übrigens ganz schön erfinderisch, ein paar findige Veganer haben sich da schon eine ganze Menge geniale Dinge ausgedacht. Inzwischen gibt es Online-Shops für veganes Schuhwerk, vegane KITAS, vegane Imbisse an jeder Ecke und vegane Kochkurse. Im Internet formieren sich Gruppen von Veganern, um Produktanfragen auszutauschen, Kochrezepte weiterzugeben und Einkaufserfahrungen kundzutun.

Allein auf Facebook dürfte die Anzahl der veganen Communities allein in Deutschland inzwischen im 5stelligen Bereich liegen. Wann hat es sowas zuletzt gegeben? Eine Interessensgruppe taucht auf, tauscht sich aus und organisiert sich. Es kommt zu Verabredungen, Stammtischen und Plangruppen für neue Cafés, Restaurants und sogar ganzen Wohngemeinschaften, Genossenschaften und Kommunen.

Die Ökolatsche 2.0

Begibt man sich in die Innenstädte, kann man beobachten, wie der Wandel langsam ankommt. Vor Kurzem erst betrat ich eines dieser Geschäfte für ökologische Bekleidung, die Kollektion dort bestand zum größten Teil aus Wolle und Seide. Grund genug für mich, die Verkäuferin mal anzusprechen, die sich freundlich bei mir als die Ladeninhaberin vorstellte und sich auf meinen Hinweis hin gleich mal ein paar Labels für vegane Ökomode notierte.

Öko ist eben nicht mehr Öko. Heutzutage geht es nicht mehr nur darum, möglichst zweckdienliche Klamotten zu finden und wir haben herausgefunden, dass Babies von Wollunterhemden gerne mal einen fiesen Ausschlag davontragen. Wir wünschen uns attraktive Mode, die nicht nur unter fairen Bedingungen hergestellt wird, öko ist und frei von giftigen Chemiecocktails, sie soll bitte auch noch vegan, also tierleidfrei sein. Die Ökolatsche 2.0. also.

Tierleidfreie Produkte werden nach und nach zum festen Sortimentsbestandteil

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Bietet nicht nur Avocados: Die vegane Küche

Genau so letzte Woche im Reformhaus: Da im Drogeriemarkt meines Vertrauens mal wieder das Kokosöl und die Hefeflocken ausverkauft waren (die Nachfrage bestimmt das Angebot, liebe Filialleiterin dort! wink ), erstand ich diese Waren im Reformhaus an der Ecke und wurde dieses Mal selbst in ein Gespräch verwickelt. Die sehr interessierte Verkaufsberaterin freute sich sichtlich, eine Veganerin zu bedienen (das fand sie heraus, nachdem sie mich von sich aus gefragt hatte, sie meinte, Veganer würde doch häufiger diese Hefeflocken kaufen) und war begeistert von der Vielfältigkeit der Einsatzmöglichkeiten ihrer gerade ins Sortiment aufgenommenen Hefeflocken zu erfahren.

Worauf ich eigentlich hinaus wollte? Ich weiß es nicht. Vielleicht wollte ich auch einfach mal wieder die Tastatur klappern lassen.

Es ist schön, dass was passiert, tierleidfreie Produkte werden hergestellt und nach und nach zum festen Bestandteil der Sortimente, klar stehen in besagtem Reformhaus noch so absonderliche Dinge wie Lebertran und Pferdemark im Regal, jedoch denke ich, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Fellschuhe und Wollsocken in der Auslage vor der Tür wunderbar weichen Bambussocken und Kokosschuhen weichen müssen.

In diesem Sinne: Go vegan! heart