Metamorphose

Die Fliege

Und dann gibt es eines Tages plötzlich ein Gewitter und die Fliegen sind weg. Spurlos verschwunden, als wären sie nie dagewesen. Die Luft ist klar. Wie frisch gewaschen.

Du bindest morgens wieder Deine Schuhe zu und gehst in den Tag. Dein Proviant vergisst Du genauso wie früher, aber das macht Dir nichts mehr aus, denn Du erinnerst Dich an die Zeit zurück, zu der es keinen Grund gab, die Schuhe zuzubinden.

Tage, an denen Du am Fenster gesessen und in die Pfützen auf der Straße gestarrt hast. Erst mittags fiel Dir auf, dass der Kühlschrank komplett leer war, denn Du hattest keinen Hunger. Du gingst nicht auf die Straße. Um den Müll runterzubringen, musstest Du den Hof nicht verlassen.

Du gehst lächelnd durch den Tag. Wissend. Die schlechte Laune und das Fluchen der anderen ignorierend. Denn Du hast erlebt, wie es ist, wenn das, was sie feixend herbeisehnen, eintritt. Du kannst es ihnen nicht sagen. Sie verstehen es nicht. Doch sie bewundern Dich für Deine innere Ruhe und Deine Ausgeglichenheit. Oder sie werfen Dir nur fragende, verständnislose Blicke zu. Aber das stört Dich nun nicht mehr.

Bild und Text: Anne