Regentropfen an der Scheibe. Ein Falter hängt in einem Spinnennetz kopfüber an der Decke. Er dreht sich. Jemand kaut so feste auf seinem Kugelschreiber, dass die Mine schon geplatzt ist. Blaue Tinte perlt auf seinen Lippen. Ein Anderer scharrt mit sein Füßen, zieht die Nase hoch und blättert geräuschvoll in seiner Zeitung. U-Bahn am Morgen.

Eine Gruppe lärmender Schüler steigt ein und wieder aus. Wärme. Ein muffiger Luftzug streift bei jedem Anfahren durch das Abteil. Aussteigen. Bitte zurückbleiben. Die Rolltreppe hoch rennen. Das Buch immer noch unter dem Arm. Kaffee mit Deckel. Brötchen.

Tür auf. Begrüßungsritual. Schuhe wechseln. Blick in den Spiegel und fast zeitgleich auf die Uhr. „Haben sie eigentlich heute schon den Wetterbericht gehört? Grauenhaft, sage ich ihnen. Nichts Halbes und nichts Ganzes.“ Scheint sich wohl um einen Betatest zu handeln, noch nicht ganz ausgereift. Aber man kann sich das ja mal ansehen. Eine kleine Übersicht aus 96 Boxen, die mit Pfeilen verbunden sind. Je komplexer, desto besser. Draußen scheint die Sonne.

Die Rollläden gehen erst wieder hoch, als es draußen schon wieder dämmert. Feierabend. U-Bahn. Der Mann mit dem zerbissenen Kugelschreiber ist wieder da. Er schnauft, kratzt sich ständig am Kopf und schmatzt. Hatte wohl einen anstrengenden Tag. Jemand versucht Dich ins Gespräch zu verwickeln. Du kämpfst gegen Deine Müdigkeit an. Dein Kopf sinkt auf Dein Kinn.

Schnell aussteigen. Treppe hoch. Fernseher an. Kühlschrank auf. Schatten auf der Tapete.

Als Song des Tages habe ich heute mal wieder eines meiner Lieblingsstücke ausgepackt. Hier sind für Euch Long Distance Calling mit „Fire In The Mountain“: