Seit mehr als 50 Jahren ist Bob Dylan nun als Musiker unterwegs. Eine lange Zeit, in der er musikalisch die verschiedensten Stile durchlaufen hat, sich selbst blieb er dabei immer treu.

Einige der poetischsten Texte aller Zeiten stammen aus Dylans Feder. Er hat ganze Generationen von Musikern und Textern mit seiner besonderen Art, die Welt zu beschreiben, beeinflusst. Fans aus aller Herren Länder touren ihm hinterher und scheinen alles aufzusaugen, was aus seiner Mache stammt. So auch ich, die ich mit Bob Dylans Musik und Lyrik aufgewachsen bin. Das es Menschen gibt, die ihn nicht bewundern, ist für mich schlicht unvorstellbar.

Wunderbar bluesig kommt sie daher, Dylans neue Nummer „Duquesne Whistle“.  Sie groovt, man hat unweigerlich das Bedürfnis, sich auf die Tanzfläche zu begeben. Man kann die gute alte Zeit des Swing heraushören, aber auch die Anfänge des Beat. Ja, man durchläuft eine kleine musikalische Zeitreise, drückt man auf den Abspielbutton des modernen Embedded-Players, man sehnt sich danach, die Vinyl aus der Verpackung zu ziehen, dem Seidenpapier zu entnehmen, den Geruch des Schatzes wahrzunehmen, die Platte auf den Teller zu legen, sie abzuspielen und dabei in aller Seelenruhe das Artwork zu entdecken, die Texte mitzulesen und das Booklet durchzustöbern.

Die Band bietet ein perfektes Zusammenspiel, bei dem man auch mal ein zusätzliches Instrument erahnen kann. Ziemlich treffend formulierte es npr music mit dem Satz ‚The electric guitars sound almost like clarinets! Everybody is swinging!‘

Zum Ende des Songs hin geht das Ganze sogar ein Bisschen in Richtung Dixieland.

Über allem schwebt die erfahrene, rauchige Stimme des Herrn Dylan. Fast schon ein wenig Waitsesk, man hört, dass man ihm musikalisch nichts mehr vormachen kann. Er klingt angenehm, man lauscht ihm gerne, die Spannung auf das für September angekündigte Album steigt ins Unermessliche.

Die Stimmprobleme, die man Bob Dylan vor einigen Jahren nachsagte, hat er weit hinter sich gelassen.

Hier ist für Euch Bob Dylan mit „Duquesne Whistle“ von seinem Album „Tempest“