Schloss SandizellSandizell wurde urkundlich erstmals 916 als Wirtschaftshof der Benediktinerinnen aus Neuburg an der Donau erwähnt, damals als „Sandicelle“, Siedlung bei der sandigen Zelle.

Mit Sandizell verbindet sich der Name eines alten bayerischen Adelsgeschlechts, daß sich bis auf das Mittelalter zurückverfolgen läßt und dessen Spuren man bis heute nachverfolgen kann. Die Herren von Sandizell gehören zum Altbayerischen Uradel. Sie gehören zu den ältesten noch blühenden Ministerialgeschlechtern aus der Zeit der Grafen von Scheyern.

Das Wasserschloss Sandizell ist das Stammhaus der Grafen von Sandizell. Schloss Sandizell wurde um 1580 als Dreiflügelanlage im Renaissancestil ausgebaut, diese bestand aus dem Ost- und dem Westflügel sowie dem Südflügel mit einer vierjochigen Brücke zur Einfahrtshalle. Bereits 1632 brannten die Schweden im Dreißigjährigen Krieg die Anlage bis auf den noch heute erhaltenen Ostflügel nieder.

Neuaufbau von 1749 bis 1755

Von 1749 bis 1755 baute der Neuburger Baumeisters Johann Puchtler das Schloss wieder auf, im zentralen Südflügel wurde eine zweigeschossige Schlosskapelle integriert. Der Torturm wurde 1763 errichtet.

Der Schlosspark wurde um 1870 als Englischer Landschaftspark angelegt, der heute noch erhalten ist, leider aber nicht öffentlich zugänglich ist.

Heute gehört das Schloss zur Hälfte Nikolaus Graf von und zu Sandizell mit seinem Bruder Tassilo und zur Hälfte Elisabeth sowie ihrem Sohn Horst Florian Jaeck. Das Schloss wird für Veranstaltungen und Hochzeiten vermietet.

Sandizell war eine bedeutende Hofmark*. Es besitzt eine der schönsten Dorfkirchen Altbayerns, die Stadtpfarrkirche St. Peter auch „Asam-Kirche“ genannt. Der Hochaltar der Kirche wurde von Egid Quirin Asam geschaffen.

Zu den Sehenswürdigkeiten des Dorfes gehören außerdem die alte Stadtmauer, die Tausendjährige Eiche am Ortsrand von Gollingkreut, das alte Schulhaus und die katholische Wieskapelle.

Im Jahre 1971 wurde Sandizell von der Stadt Schrobenhausen eingemeindet. Zur Zeit hat Sandizell zusammen mit seinen ehemaligen Teilen Gollingkreut und Öd ca. 950 Einwohner.

*Hofmark:
Begriff aus dem mittelalterlichen Herzogtum Bayern und angrenzenden Gebieten. Er bezeichnet den abgegrenzten Bezirk einer Grundherrschaft, Rechtsgrundlage hierfür war die „Ottonische Handfeste“ vom 5. Juni 1311, in der die niederbayerischen Stände dem Herzog Otto III. eine einmalige Steuer bewilligten, dafür aber die niedere Gerechtigkeit für ihre Besitzungen erhielten.

Quellen:
http://www.wikipedia.de
http://www.sandizell-com.de/