MeringMering ist nach Friedberg der zweitgrößte Ort im Landkreis Friedberg. Ökonomisch stellt die Marktgemeinde das Unterzentrum des Landkreises dar.

Der Markt* Mering befindet sich in der Region Augsburg am Rande des Lechfeldes. Landschaftlich zählt die Gegend zum Lechrain. Zur Gemarkung des Ortes zählen die Gemeinden St. Afra, Reifersbrunn, Baierberg und Meringerzell.

1021 wurde der Ort auf dem Italienzug von Kaiser Heinrich II. erstmals urkundlich erwähnt. Der Kaiser stellte damals auf dem Königshof, der „Villa Moringa“ eine Schenkungsurkunde aus und nannte den Ort dabei „unser Mering“.

Mering – Die Marktgemeinde ging in die Herrschaft der bayerischen Herzöge über

Nach der Enthauptung Konradins von Hohenstaufen, des Herzogs von Schwaben 1268 ging die Marktgemeinde in die Herrschaft der bayerischen Herzöge über.

Mering wurde in seiner Geschichte immer wieder zerstört, das letzte Mal 1704, als Holländer und Engländer den Ort im Spanischen Erbfolgekrieg völlig niederbrannten.

Der Niedergang Merings erlebte 1799 seinen Tiefpunkt, als das Pflegegerichte* und das damit verbundenen Notariat aufgelöst wurden und die über 1000 Jahre währende hohe Gerichtsbarkeit erlosch. Im Jahre 1840 hatte Mering nur noch 1.529 Einwohner.

Aufschwung durch den Bau der Eisenbahn

MeringDurch den Bau der Eisenbahn und die Bildung eines Knotenpunktes in Richtung Weilheim begann jedoch bald wieder ein Aufwärtstrend, der Grundstein dafür wurde noch im selben Jahr gelegt.

1871 hatte der Markt Mering bereits wieder 2.000, 1930 3.063 Einwohner.

Der Gemeinde an der Paar wurde 1838 von König Ludwig I. ein Wappen verliehen, daß auf die ehemalige Welfenburg und die Schlacht auf dem Lechfeld 955 erinnert.

Am 18. November 1911 wurde Mering zum Markt mit städtischer Verfassung erklärt. Bereits seit 1944 zählt Mering mit dem Landkreis Friedberg (1971 wurden die Landkreise Aichach und Friedberg zu einem Landkreis zusammengeführt, dem Landkreis Aichach-Friedberg, was 2013 wieder rückgängig gemacht wurde) zum Regierungsbezirk Schwaben, geschichtlich ist es jedoch ein Teil Oberbayerns.

Seit 1996 ist Hans-Dieter Kandler von der SPD in Mering Bürgermeister. Partnerstadt ist Ambérieu-en-Bugey in Frankreich.

Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Pfarrkirche St. Michael, die Kapelle St. Franziskus, das Heimatmuseum, sowie der vordere Schloßberg, eine Burgwallanlage aus der Ungarnzeit, die rund 2 Kilometer östlich von Mering am Rande des Hartwaldes gelegen ist.

Bekannte Persönlichkeiten aus Mering sind der Barockbildhauer Lorenz Luidl, der Heimatforscher, Musiker und Komponist Franz Knittel, sowie Josef Königer, der Erbauer der Guillotine, die einst den berühmten Räuber Kneißl enthauptete.

Die Marktgemeinde hat derzeit 12.991 Einwohner. Das sind 483 Einwohner pro Quadratkilometer. Ihr höchster Punkt der liegt 560 Meter über dem Meeresspiegel.

Es ist nicht sicher, ob der Ortsname unmittelbar in der Zeit der Neubesiedlung nach der Vertreibung der Römer im 5. Jahrhundert aus „Mor“, „Moringa“, „Möring“ entstand. Neueste Forschungen sagen aus dem Wort „Maurus“, das kann von den dort vorgefundenen Resten aus römischen Mauern hergeleitet sein.

Fußnoten

*Pflegamt, Pfleger:
Ein Pfleger war im Mittelalter eine Art „Burggraf, der für Verwaltung und Verteidigung einer Burg oder eines Klosters verantwortlich war.

**Markt, Marktgemeinde:
Das Marktrecht war im Mittelalter die Erlaubnis, einen ständigen Markt, einen Wochen- oder Jahrmarkt abzuhalten. Mering ist noch heute eine Marktgemeinde, da dem Ort dieses Recht zugesprochen wurde.

Quellen

Homepage der Marktgemeinde

Wikipedia